Letzte Woche habe ich einen interessanten Artikel gelesen. Ein Image-Experte empfiehlt Männern jetzt ein „Nude“ Shirt, wie die hautfarbenen Unterhemden auch genannt werden. Nun bin ich ein Mann, der Empfehlungen von Kollegen gerne auf die Praxistauglichkeit testet. Gesagt getan:

Bei Albert Kreuz gibt es das „unsichtbare Business Unterhemd Herren“. Ich bestelle mir ein Exemplar, den Preis von 25 Euro finde ich für die Zielgruppe Business ok.

Wirkt „hautfarben“ wirklich männlich?

Nach wenigen Tagen kommt die Lieferung. Ich probiere direkt das Unterzieh-Shirt ohne Arm an. Meine Frau, die unsere Ausbildung zum Personal Image Coach entwickelt hat, runzelt die Stirn: „Sehr männlich sieht das rosafarbene Teil nicht aus.“ Was soll´s – denke ich – Hauptsache das unsichtbare Unterhemd erfüllt seine Aufgabe! Doch das ist leider nicht der Fall: Auch durch ein normales Businesshemd scheint das „Nude Shirt“ deutlich sichtbar hindurch. Von wegen „unsichtbar“ – der Rosa Schimmer ist unter dem gesamten Hemd deutlich zu sehen.

„Nude“ ist leider doch sichtbar

Ich frage mich, ob der „Image-Experte“, von dem die Empfehlung stammt, selbst den Praxistest gemacht hat. Unser gemeinsames Fazit: An sich eine nette Idee, die sicher auch von den Medien gerne als Sommerthema aufgegriffen wird. Im Business sind die Shirts jedoch unbrauchbar. Am nächsten Tag diskutiere ich mit einer Knigge-Kollegin über hautfarbene Unterhemden für Männer. Auch sie erwidert unumwunden: „Das geht gar nicht!“ Mann erscheint darin eindeutig zu feminin.

Zurück zur Ausgangsfrage: Was ist korrekt im Sommer?

1. Einen Zwang zum Unterhemd gibt es nicht

Allerdings schützt ein Unterhemd vor Schweißflecken, die dann sichtbar werden, wenn Sie beim Geschäftstermin von Ihrem Kunden gebeten werden, das Jackett auszuziehen.

2. Verzichten Sie auf farbige Unterhemden

In der Studentenzeit mag dies cool wirken, mit einem grauen, roten oder grünen Unterhemd  aufzutreten (siehe Foto). Doch unter einem Businessanzug sind diese Farbakzente tabu.

3. Männlich klassisch: Weiß

Gerade auf gebräunter Haut sieht das weiße Unterhemd nach wie vor gut aus. Doch im Business sollte es möglichst unsichtbar bleiben. Bei einem schwarzen Hemd können Sie auch ein schwarzes Unterzieh-Shirt wählen.

4. Verwenden Sie ein Shirt ohne Arme

Leider sind die klassischen Feinripp-Hemden auch unter dem Businesshemd zu sehen. Ich verwende deshalb weiße Unterzieh-Shirts ohne Arme.

5. Ideal sind Modelle mit V-Ausschnitt

Shirts mit V-Ausschnitt haben den großen Vorteil, dass Sie auch unter Businesshemden ohne Krawatte getragen werden können und unsichtbar bleiben. Klassische T-Shirts mit Rundhals-Ausschnitt dagegen sind deutlich sichtbar und stören den Businesslook.

Nun bin ich gespannt auf Ihre Erfahrungen….

 

Rainer Wälde
Rainer Wälde

Rainer Wälde liebt es, durch Filme, Bücher und Vorträge seine Zuhörer in ihrer Originalität zu ermutigen.
In seinem wöchentlichen Blog erzählt er ihre Geschichten.

www.rainerwaelde.de

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