Welches Outfit ziehe ich zum Bewerbungsgespräch an?

Haben Sie vor, demnächst Ihre Stelle zu wechseln oder wieder neu in den Job einzusteigen? Oder Ihr Sohn oder Ihre Tochter?

Dann leben Sie ja in einer spannenden Zeit, wo Sie an so vieles denken müssen:

Lebenslauf, Bewerbungsschreiben, Foto, Zeugnisse…

Das ist eine ganze Menge! Und kurz vor dem Bewerbungsgespräch fangen Sie dann an zu routieren mit der Frage:

Was ziehe ich bloß an?

Sie haben Recht, wir werden an unserem Outfit gemessen! Von dem, wie wir uns kleiden, wird auf die Persönlichkeit, auf die Arbeitsweise oder auf den Charakter und nicht zuletzt auch auf die Kompetenz geschlossen.

Schon meine Oma sagte: „Wie du kommst gegangen, so wirst du auch empfangen!“

Als Teenager dachte ich: „Ja komm Oma, ist ja gut.“

Foto: Shutterstock

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Aber es bewahrheitet sich immer wieder auch in meinem Beratungsalltag als Bewerbertrainerin, dass Chefs und Personaler gerade auch im Ersten Eindruck auf ein gekonntes und authentisches Outfit achten. Und gerade im Bewerbungszusammenhang haben die Personaler nur wenig Zeit, sich ein Bild vom Bewerber zu machen, um abschätzen zu können, ob er oder sie kompetent genug ist und in sein Team passt.

Also hier meine Tipps zusammengestellt aus den meist genannten Fragen zum Bewerbungsoutfit.

  • Zu allererst rate ich Ihnen, sich ein durchdachtes Outfit schon vor den ersten Gesprächen zurecht zu legen. So haben Sie diese Unsicherheit aus dem Kopf und brauchen sich darüber schon mal nicht mehr aufzuregen. Außerdem können Sie auch spontane Gesprächstermine wahrnehmen, ohne gleich in Panik zu fallen, weil ihre Kleidung noch in der Wäsche ist.
  • Erkundigen Sie sich genau, was dort in der Firma getragen wird und stellen Sie sich darauf hin ein angepasstes Outfit zusammen. Denn der Chef sucht eine Arbeitskraft, die ins Team passt und nicht einen neuen Exoten. Der Bänker oder die die Versicherungsfachkraft kann dann im Hosenanzug gehen und passt super ins Bild. Für den IT-Spezialisten oder die Kindergartenfachkraft wären Sie allerdings zu overdressed und unpassend. Bei Berufsgruppen, die Arbeitskleidung tragen müssen, wie der Bäcker, die Arzthelferin „oder bei Obi“ können Sie dann eine  gepflegte Kombination wählen.
  • Gerne rate ich von Jeans im Bewerbungszusammenhang ab. Jeans ist Alltags- oder Arbeitskleidung. Aber ihr Bewerbungstag ist ein besonderer Tag, den es auch mit der Kleidung zu würdigen gilt. Wenn Jeans, dann nur in Berufen, die Wind und Wetter ausgesetzt sind oder die betont sportlich sind oder mit sozialen Komponenten zu tun haben. Aber dann bitte auch dunkel und durchgefärbt, frisch gewaschen und ohne Löcher, selbst wenn diese designten Löcher noch so teuer sind.
  • Wählen Sie eine Farbe, die Ihnen gut steht und sie frisch und wach wirken lässt. Müde und schlappe Mitarbeiter sucht keiner. Die Farbe sollte nicht zu dominant oder grell sein und sie erschlagen, sondern Sie unterstreichen und ein harmonisches Bild geben. Schwarz-weiß erscheint auf den ersten Blick schick zu sein, aber so wirklich steht diese Farbkombination wenigen. Viele wirken zu hart oder scharf.

 

Und jetzt wird es praktisch:

Von unten nach oben, von der Socke bis zur Locke habe ich ein paar Details zusammen gestellt.

  • Schuhe gepflegt und geputzt, ein schiefer Absatz ist ein absolutes No Go! Bitte auch keinen zu hohen Absatz wählen.
  • Jetzt in der Winterzeit sind dicke Profilrillen am Schuh ungünstig. Wenn der Schnee daraus schmilzt, hinterlassen Sie im teuren Teppich des Chefs unangenehme Wasser- und Salzränder.
  • Schuhe und Strümpfe passen zusammen und bilden den dunkelsten Punkt des Outfits.
  • Die Hose berührt nie den Boden, sondern schwebt ca 1,5 cm über dem Boden. Ausnahmen sind die etwas kürzeren modernen schmalen Damenhosen, die auch gerne zu Ankle-Boots oder Pumps getragen werden.
  • Eine dunkle Stoffhose kobinieren Sie gekonnt mit einem farbigen Oberteil – bitte aber nicht mehr als 3 Farben.
  • Falls Rock, dann bitte nicht kürzer als Knieumspielend. Kürzere Röcke gehören in die Freizeit.
  • Ich rate gerne zu einem Kragen entweder am Hemd oder an der Bluse. Ein T-shirt ohne Kragen wirkt zu lässig. Als Kragen rechne ich auch ein schönes Tuch oder einen Schal aus nicht zu wuchtigem Material.
  • Gerne empfehle ich eine Jacke, die Sie anbehalten können wie ein Blazer, ein Jackett oder ein Blouson. Winterjacken ziehen Sie am besten schon im Eingang aus und lassen sie an einer Garderobe.
  • Ein guter Tipp ist auch, alle Kleidungsstücke gut zu bügeln und auf Löcher oder fehlende Knöpfe zu checken. Denn solche Pannen lassen auf eine ungenaue und unzuverllässige Arbeitsweise schließen.
  • Wählen Sie wenige, aber gute Accessoires.
  • Beim Herrn ist die Krawatte in einigen Berufen ein „Muss“ ohne wenn und aber, in anderen Branchen ein „Kann“. Bitte erkundigen Sie sich da genau Ihrer Branche entsprechend oder lassen Sie sich da beraten.
  • Für die Dame empfehle ich ein dezentes Tages-Make-Up, das heißt, dass weder Augen noch Mund zu stark betont sind.
  • Ihre Frisur hat einen guten, aktuellen Schnitt ohne Färbe-Ansatz.

 

Das waren die wichtigsten Tipps im Schnelldurchgang.

Wenn Sie noch Fragen haben, stehen Sie nicht alleine da, denn das Bewerbungsoutfit auszuwählen ist ein sehr komplexes Thema.

Sprechen Sie mich gerne an, dann entwerfen wir gemeinsam Ihr kompetentes Bewerbungsoutfit und entlasten Sie dadurch sehr.

Viel Erfolg!


Autorin: Marion Ising

Marion Ising hat ihre Ausbildung zur Stilberaterin an der TYP Akademie absolviert.



Kommentare

Lee says

Vielen Dank für Ihren Artikel, ich habe jedoch eine Frage bzgl. Anzugshosen bei Männern. Ich kenne das so, dass die Hose mit einem Knick auf dem Schuh aufliegt. Ich habe allerdings in letzter Zeit des öfteren in Schaufenstern an den Schaufensterpuppen kürzere Hosenbeine gesehen - ist das wie man Anzüge neuerdings trägt?

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