Knigge: Konkret loben – nicht nur bei der Weihnachtsfeier

„Deutsche Chefs loben wenig und meckern viel“ schreibt die Financial Times Deutschland. „Mehr als die Hälfte der Beschäftigten haben den Eindruck, dass ihre Leistungen von ihrem Chef nicht geschätzt werden.“

Knigge Weihnachtsfeier

Foto: shutterstock

Sparsam mit Lob und Anerkennung

Woran liegt es, dass viele Menschen in Deutschland so sparsam mit dem Lob umgehen? Ich persönlich habe den Eindruck, dass sich in unserem Land eine „Kultur der Armut“ breit gemacht hat: Neid und Missgunst sorgen dafür, dass viele sich selbst und ihren Zeitgenossen nichts mehr gönnen. Getreu dem Motto „Geiz ist geil“ gehen viele nicht nur mit finanziellen Mitteln sparsam um, sondern auch mit Wertschätzung, Lob und Anerkennung.

Kennen Sie den „1-Minuten-Manager“ – das weltbekannte Buch von Kenneth Blanchard? Als besonderen Geheimtipp empfehle ich das „1-Minuten-Lob: Erwische ihn, wenn er´s gut macht!“ Blanchard betont, dass es für ein richtiges Lob besonders wichtig ist, dass es sofort in der passenden Situation ausgesprochen wird und nicht erst Tage später: „Wenn Sie jemand loben können, tun Sie´s sofort.“

Konkret loben statt Allgemeinplätzen

Da sich ein Lob immer auf die Handlung bezieht, sollte klar ausgesprochen werden, was der andere gut gemacht hat. Entscheidend ist der direkte Bezug: Sagen Sie es konkret, gehen Sie ins Detail.

Für mich persönlich ist der Blickkontakt ganz wichtig: Wer lobt, sollte sein Gegenüber direkt in die Augen sehen und dann direkt ausdrücken, was der andere gut gemacht hat: „Frau Fries, ich habe gerade Ihre Projektunterlagen gesehen. Sie haben ausgezeichnete Arbeit geleistet. Ich bin sehr zufrieden, in welcher kurzen Zeit Sie das Angebot erstellt haben.“

Warum auch ein Lob verdaut werden muss

Mein Tipp: Legen Sie danach eine kurze Pause ein, damit Ihr Gegenüber, das Lob „verdauen“ kann und schließen Sie das Lob mit einem kurzen Händedruck ab: „Vielen Dank.“ Damit das Lob aufrichtig ankommt, sollten Sie es nicht vor einer großen Runde aussprechen – nach dem Motto „Alle mal herhören!“ Besser ist es, wenn Sie den anderen unter vier Augen loben. Bitte vermeiden Sie jede Form von Übertreibung. Ein Lob muss immer ehrlich, fundiert und konkret ausgesprochen werden.

Gerade im Businessbereich ist es wichtig, eine Kultur der Wertschätzung zu entwickeln. Es reicht nicht aus, wenn der Vorgesetzte nur einmal im Jahr bei der Weihnachtsfeier pauschales Lob an das gesamte Team ausspricht.

Knigge Weihnachtsfeier: Lob wirkt langfristig

Wenn Sie als Vorgesetzter auch unter dem Jahr regelmäßig loben, können Sie bei der Weihnachtsfeier auf künstliche „Lobhudelei“ verzichten. Viel wichtiger sind regelmäßige Teamsitzungen, in denen die Kommunikation bewertet wird.

Ein wichtiger Baustein sind dabei auch die Mitarbeitergespräche, in denen gemeinsame Ziele formuliert und dann auch über die Zielerreichung gesprochen wird. Eine ehrliche Bewertung der Leistung – einschließlich Kritik – ist die Basis für aufrichtiges Lob.




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