Ist Rock tragen out?

Oder woran liegt es, dass so wenige Frauen einen Rock tragen?

Was steckt wirklich dahinter?

Egal, ob man sich in der Fußgängerzone umschaut, im Büro oder bei einem kulturellem Event, selbst bei festlichen Anlässen, von Abiturfeiern und dem Abschlussball einmal abgesehen: man bekommt dieses feminine Kleidungsstück nicht besonders häufig zu sehen.

Liegt es daran, dass sieben von zehn Frauen kein Rock steht? Zumindest ist das das Ergebnis, wenn ich meinen Kundinnen Glauben schenken sollte. Aber was steckt wirklich dahinter?

Ich möchte Ihnen heute aufzeigen, dass fast jeder Frau ein Rock steht – und wer weiß, vielleicht entdecken Sie mit den folgenden Tipps auch für sich dieses tolle Kleidungsstück, wenn es nicht schon längst zu Ihrem Kleiderrepertoire gehört.

Foto: Shutterstock

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Praktische Überlegungen und Unsicherheit

Viele meiner Kundinnen erwähnen im Beratungsgespräch ihre Überzeugung, dass sie keinen Rock tragen können, oder sie hegen zumindest starke Zweifel daran. Warum ist das so? Stimmt es denn wirklich, dass nur wenige Frauen einen Rock tragen können? Glaubt man den Modedesignern und Modeexperten, müsste man das Verhältnis mindestens umdrehen. Manche gehen sogar soweit zu behaupten, dass jede Frau einen Rock tragen kann. Wer hat nun also Recht?

Für viele Frauen ist es eine ganz praktische Überlegungen, keinen Rock zu tragen. In vielen alltäglichen Situationen, mit den Kindern oder bei der Hausarbeit, in vielen praktischen Berufen oder auch, wenn man zum Beispiel mit dem Fahrrad unterwegs ist, ist ein Rock nicht immer vorteilhaft.

Doch die Überlegungen meiner Kundinnen beziehen sich auf die Situationen, in denen sie durchaus auch einen Rock tragen könnten. Viele von ihnen fühlen sich einfach nicht wohl darin, sie sind es nicht gewohnt, sich in einem Rock zu bewegen. Der Hauptgrund ist aber ihr Eindruck, dass ein Rock ihre Figur unvorteilhafter erscheinen lässt. Was sind also die Ursachen für diesen Irrglauben?

Jede Figur braucht ihre eigene Rock-Form

Es stimmt, nicht jeder Rock, genauer gesagt, nicht jede Rockform passt zu einem. Genauso individuell wie die Körperform, so individuell sollte auch der Schnitt des Rocks sein. Denn was für den einen die Figur positiv unterstreicht, kann beim nächsten schon eine ungeliebte Partie ungünstig hervorheben.

Einer kleineren und schlanken Frau zum Beispiel stehen viele Röcke. Ein Bleistiftrock (ein schmal geschnittener Rock), aber auch ein Rock in leichter A-Linie (nach unten leicht ausgestellt), ebenso ein Wickelrock oder, bei schmalen Hüften, ein Rock in Tulpenform (er hat um die Hüften etwas mehr Spiel und wird zum Rocksaum wieder schmäler). Wichtig ist vor allem die Rocklänge. Wählen Sie einen kürzeren Rock mit hohem Bund, das verlängert Ihren Unterkörper und lässt Sie insgesamt größer erscheinen. Achten Sie auch auf das Material, es sollte nicht zu grob und das Muster nicht zu groß sein, so entspricht es besser Ihren Proportionen.

Sie sind normal groß mit weiblichen Rundungen? Dann steht Ihnen einen Rock in leichter A-Linie, aber auch der Bleistiftrock, vielleicht mit einem Schlitz und mit einem lockerer darüber sitzenden Oberteil oder probieren Sie mal einen Tellerrock aus. Wählen Sie für sich eine Saumlänge, die Ihr Knie umspielt. Vermeiden Sie schwere Stoffe, die tragen nur auf, wählen Sie lieber weiche, fließende Materialien, die Ihrer Figur schmeicheln.

Midiröcke sind für die große Frau bestens geeignet, dazu passen flache Schuhe. Oder kombinieren Sie einen knielangen Rock mit Schuhen, die einen kleinen Absatz haben. Vermeiden Sie zu kurze Röcke, die weniger günstig zu Ihren Proportionen passen.

Sollten Sie sich dennoch unwohl in einem Rock fühlen, weil Sie wenig Taille haben? Dann versuchen Sie es doch mal mit einem Kleid. Mit der richtigen Wahl kann man diese unliebsame Stelle herrlich umspielen.

Die Sache mit dem goldenen Schnitt

Je größer die Körperlänge, desto länger sollte die Rocklänge sein und umgekehrt. Doch es soll noch eine weitere Möglichkeit geben, die optimale Saumlänge zu berechnen – der „goldene Schnitt“. Hier misst man die Länge von den Schultern bis zu den Füßen (Boden) und teilt die Zentimeter durch 1,618. Die optimale Rocksaumlänge ergibt sich dann aus dem Ergebnis ab Schulterhöhe gemessen. Wichtiger jedoch ist zu beachten, dass dabei das Saumende nicht auf Höhe einer breiteren Körperstelle endet, das lässt Beine kräftiger und den Körper unter Umständen sogar kürzer wirken. Spielen Sie also lieber etwas mit der Länge, um eine schmäler Stelle zu betonen.

Ein Plädoyer für ein feminines Kleidungsstück

Sie sehen, Röcke lassen im Gegensatz zu einer Hose, viel mehr Möglichkeiten zu, Positives in Szene zu setzen und anderes geschickt zu kaschieren, sie sind vielseitig und bringen den weiblichen Körper formvollendet zur Geltung. Und sollten Sie jetzt denken, nun kommt die kalte Jahreszeit und damit ist es erst einmal vorbei mit dem Röcketragen – es gibt wunderbare Röcke aus weichem und wärmendem Wollstoff, die sich bequem mit Strickstrumpfhosen oder Leggings tragen lassen, auch Thermostrumpfhosen sind eine angenehme Ergänzung. Dazu ein schöner Lederstiefel und Sie haben ein wunderschönes, feminines Winteroutfit.

Tragen Sie gerne Röcke? Wenn ja, zu welchen Anlässen? Wenn nicht, welche Vorbehalte haben Sie? Ich freue mich über Ihre Kommentare.

Sie sind sich noch nicht ganz sicher über Ihre perfekte Länge oder die ideale Rockform? Ich berate Sie gerne dazu und helfe Ihnen, Ihr optimales Outfit zu finden.


Autorin: Bettina Hertzler

Bettina Hertzler ist langjährige Typ- und Imageberaterin und seit 2014 Personal-Image-Coach. Sie berät Privatpersonen, Mitarbeiter von Verwaltung und Unternehmen, Selbständige, sowie Politiker in Stilfragen und Persönlichkeitsentwicklung.
Ihr Motto: Zeige, was in dir steckt!

www.bettina-hertzler.de



Kommentare

Conny-Marie Domke says

Da Hausarbeit, Einkauf, Kinder usw. zu meinen täglichen Aufgaben gehören trage ich so gut wie keine Röcke mehr. Sie sind einfach zu unpraktisch und erfordern zudem passendes Beiwerk, wie elegantere Schuhe, empfindliche Strumpfhosen usw. oder zumindest ein Umdenken zu den gewohnten Outfits mit Hosen.
Seltsam, dass gerade die sehr weiblichen Tätigkeiten Hausfrau und Mutter eher die männlichen sportiven Outfits erfordert. Ich freue mich immer über einen Anlass mal meine ganz weiblichen Outfits tragen zu können.

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