Bleibt Ihr künftiges Lieblingsstück mal wieder im Schaufester hängen?

Kennen Sie das? Sie möchten gerne einmal das ganz andere Kleidungsstück kaufen, eines, das  Ihnen super gut gefällt und zudem noch extrem gut steht, aber Sie trauen sich nicht?

Ich möchte Ihnen heute Mut machen, einmal hinter die Kulissen Ihrer eigenen Gedankenwelt zu schauen, damit Sie sich beim nächsten Einkauf selbst den Schubs in die richtige Richtung geben können.

Vielleicht hat Ihnen Ihre Freundin ja den Tipp gegeben, doch mal ein rotes Oberteil zu tragen oder vielleicht waren sie sogar bei einer Typberatung und Sie haben neue Farben und einen Stil für sich entdeckt, der so ganz anders ist als bisher. Am Anfang haben Sie sich richtig gefreut, fühlten sich ganz bei sich, stimmig und glücklich, endlich IHRE Farben und IHREN Stil gefunden zu haben – aber jetzt plötzlich wird’s ernst und vor allem praktisch, denn es geht an die Umsetzung.

Foto: Shutterstock

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Es passt und es passt doch nicht

Sie stehen im Geschäft, in der Umkleidekabine, nach dem Sie beim Herumschlendern dieses fantastische rote Kleid entdeckt haben. Mutig haben Sie es vom Ständer genommen und beim Betrachten hat es „bäm“ gemacht. Also ab in die Umkleide, angezogen – und es passt sogar – wie angegossen.

Und jetzt? Die ersten Zweifel kommen – sowas kann ICH doch nicht tragen! Andere vielleicht schon, aber ich?? Wie wird mein Partner reagieren? Werden sich die Leute nicht nach mir umsehen?  Also trauen Sie sich doch nicht, diesen Traum in Rot zu kaufen – weil es einfach so ganz anders aussieht als alles, was Sie bisher getragen haben. Resigniert ziehen Sie es wieder aus, schlüpfen wieder in Ihre eigenen Klamotten – in dem Stil, den Sie schon lange ändern wollten…. und hängen das gute Stück zurück auf den Ständer.

Den eigenen Worten glauben schenken

Mir selbst ist das Thema nicht unbekannt. Schon eine kleine Änderung an meinem Stil, der Frisur oder der Auswahl meiner Kleidung jagte mir früher ein unangenehmes Gefühl ins Genick.

Erst nach und nach begriff ich, dass es nicht die Augen und die Meinungen der anderen waren, sondern hauptsächlich meine eigenen Gedanken über mich und die Art, wie ich mich selbst im Spiegel betrachtete. Ab dem Zeitpunkt begann ich, anders hinzuschauen – und genauer hinzuhören. Ich habe mich gefragt, was mir gefällt, aber vor allem auch, was ich eigentlich will.

Auch manche meiner Kundinnen kämpfen übrigens mit diesem Problem. Dann höre ich schon während der Beratungt die Zweifel oder Bedenken, dass vielleicht diese neuen Farben oder dieser neue Stil sie schon herausfordern würden in der Umsetzung, auch wenn sie es jetzt so schön und ihrem Typ entsprechend empfinden.

Mit der richtigen Haltung dem Ziel ein Schritt näher kommen

Ich empfehle meinen Kundinnen dann, einmal genau hinschauen:

Woher kommt dieser ängstliche/kritische Blick auf sich selbst? Stimmt diese Einstellung heute noch? Wieviel verstellt mein Schauen auf einen „Idealtyp“ den wertschätzenden und wohlwollenden Blick auf mich selbst?

Rufen Sie sich auch in Erinnerung, wieviel positive Feedbacks Sie schon bekommen haben, denen Sie bis jetzt nur einfach keinen Glauben geschenkt haben. Schauen Sie dann wieder in den Spiegel, nachdem Sie Ihren inneren Kritiker und Ihren inneren Zweifler mal vor die Tür geschickt haben und betrachten sich mit den wohlwollenden Augen ihrer Freundin oder ihres Partners. Das mag am Anfang nicht gleich funktionieren, aber nur Mut – Übung macht den Meister!

Mutig voran!

Da sich wie gesagt gewohnte Einstellungen meistens nicht von heute auf morgen ändern, gibt es noch ein paar ganz praktische Tipps:

Nehmen Sie zum Einkauf jemanden mit, der Sie zum einen gut berät, aber auch ehrlich zu Ihnen ist und der Ihnen etwas zutraut. Besprechen Sie mit ihm/ihr vorab Ihr Vorhaben und setzen Sie sich ein Ziel.

Haben Sie Ihr typgerechtes Kleidungsstück dann gekauft – das rote Kleid, die enge Lederhose, den Mantel mit dem großen Kragen oder die Bluse mit dem auffallendem Muster – und zu Hause stockt Ihnen beim Auspacken doch der Atem, dann freunden Sie sich ganz einfach langsam mit ihm an. Tragen Sie Ihr neues Lieblingsstück doch erstmal in Ihrer Komfortzone  – in Ihren eigenen vier Wänden oder bei guten Freunden und lassen Sie sich von den positiven Reaktionen überraschen.

Überlegen Sie sich dann einen Anlass, eine Umgebung, bei der auch andere mutiger gekleidet sind und Sie werden staunen, wie natürlich sich Ihr Auftritt anfühlt. Erweitern Sie sich Stück für Stück ihren Handlungsraum, bis Sie sich auch in untypischen Situationen mit ihren neuen Lieblingsstück wohlfühlen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Üben und dem Tragen Ihres „roten Kleides“.

Für welches mutige Kleidungsstück haben Sie sich schon mal entschieden?

Schreiben Sie einen kurzen Kommentar….


Autorin: Bettina Hertzler

Bettina Hertzler ist langjährige Typ- und Imageberaterin und seit 2014 Personal-Image-Coach. Sie berät Privatpersonen, Mitarbeiter von Verwaltung und Unternehmen, Selbständige, sowie Politiker in Stilfragen und Persönlichkeitsentwicklung.

http://www.typcolor.de/hertzler



Kommentare

Gertraud Gilgado says

Wirklich gute Tipps um
" den Stil den ich schon lange ändern wollte ", auch tatsächlich zu ändern.
Besonders der Rat das neue Kleidungsstück zuerstmal Zuhause zu tragen habe ich schon ausprobiert und nur sich selbst im Vorbeigehen immer wieder mal im Spiegel zu sehen, ist enorm hilfreich.
Danke Bettina!

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