Freudenberg, 15.30 Uhr, klirrend kalt und dichter Schneefall. An unserer Haustür klingelt Herr Wolf, der neue Versicherungsmakler eines großen Institutes, der sich gerne mal bei uns als Kunden seines Geschäftsgebietes vorstellen möchte.

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Erstmal Auftauen

Gerne bitte ich den armen Kerl herein, der zitternd und schlotternd vor der Tür steht. Seine Hand ist ganz eisig gefroren, dicke Schneeflocken liegen auf den Schultern seines Jacketts und auf seinen Haaren. Ich taue ihn erst einmal auf mit einem starken Kaffee, während er die feinen Lederschuhe abklopft, den Tropfen von der Nase wischt und in unser weiches Sofa sackt.

Kompetent sein und auch so aussehen

Herr Wolf tut mir echt leid, so wie er vom Wetter erwischt wurde.
Er ist bestimmt kompetent, aber mal ehrlich – im Moment sieht er nicht wirklich so aus. Wie der sprichwörtlich begossene Pudel sitzt er da und weckt meine mütterlichen Gefühle, mich erst mal um ihn zu kümmern. Dabei wollte er sich doch um meine Finanzen kümmern. Ob er das wohl schafft in seinem desolaten Zustand?

Im weiteren Gespräch entpuppt sich Herr Wolf als ein sehr netter Zeitgenosse mit viel Erfahrung, Wendigkeit und einem Blick für das, was wir versicherungstechnisch wirklich brauchen. Aber ich hätte mir für ihn gewünscht, dass er das auch im ersten Eindruck gespiegelt hätte.

Das kann ja jedem mal passieren!

Das stimmt, jeder wird schon mal vom Wetter überrascht, gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit, aber Herr Wolf hätte mit ein paar wenigen Tipps sein erstes Auftreten bei seinen neuen Kunden deutlich optimieren können.

Was ist also zu tun? Ich gebe Ihnen gerne einige Tipps, wie Sie mit wenig Aufwand viel erreichen, um auch schon auf den ersten Blick kompetent auszusehen.

10 Tipps für einen kompetenten, wetterfesten Auftritt

  • Herr Wolf hat mit seinem Anzug ja eigentlich alles richtig gemacht, weil der Anzug zu seiner Branche passt und von den Kunden erwartet wird. Aber der Anzug ist kein guter Wind- und Wetterschutz. Unterbewusst läuft beim Kunden ab: „Der kann ja noch nicht mal für sich selber sorgen. Wie soll er da für meine Finanzen sorgen?“
  • Legen Sie sich am besten einen guten Wintermantel zu, der Sie und Ihr Outfit bei jedem Wetter gut schützt. Sowohl bei dem Herrn als auch bei der Dame passen Blazer oder Jackett besser unter den Mantel als unter eine Ski- oder Schneejacke, weil sie im Schulterbereich nicht knittern oder verrutschen.
  • Ich weiß, gerade die Herren nehmen nicht so gerne einen Schirm mit. Aber ganz ehrlich, so, wie Sie sich damit schützen, werden Sie auch für fähig gehalten, Ihre Kunden zu schützen. Nicht vor Wetter, aber vor Finanzunsicherheiten.
  • Ein guter Hut oder eine passende edlere Mütze sind wieder im Rennen. Wenn Sie die Farbe auf Ihren Mantel und die sonstige Kleidung abstimmen und sich an dezente Töne halten, wirkt eine vom Hut eventuell leicht geknickte Frisur deutlich gepflegter als ein nasser Kopf mit klebenden Haaren
  • Ein Anzug zeichnet sich durch guten Sitz und knitterfreies Material aus. Wählen Sie also lieber eine gute Wolle evtl. mit einer Kunstfasermischung, damit er formstabil bleibt. Der Blazer sitzt gut, wenn er nirgends spannt, keine Querfalten wirft und die Längen an Ärmel und Gesäß exakt eingehalten werden.
  • Ein helles Hemd zum Anzug sieht top aus, aber wenn es nicht vor Regen oder Schnee geschützt wird, wird es durchsichtig und klebt.
    In einer Typ-Beratung erfahren Sie, welche Hemd- oder Blusenfarben Ihnen gut stehen und wie Sie sie optimal kombinieren können.
  • Jetzt fehlt noch ein weicher, nicht zu dicker Schal in zum Outfit passenden Farben, der den Hals wärmt und mit hilft, Unterkühlungen fernzuhalten und die Stimme zu erhalten.
  • Herrn Wolf’s schicker Lederschuh ist eigentlich gut gewählt passend zum Business- Outfit, aber weil er nicht wintertauglich ist, wirkt der Schuh aufgeweicht und ungepflegt. Hier sind wirklich die „Winterreifen“ eine Alternative, die für den Herrn schicke Lederboots oder wärmere wasserabweisende Schnürstiefelletten in dezenten Farben bedeuten. Für die Dame bietet sich eine Leder-Stiefellette oder ein Stiefel an. Beides ist sowohl geeignet für den Besuch beim Kunden als auch für den Weg zur Arbeit und zurück. Im Büro angekommen können Sie ja in Lederschuhe oder Pumps schlüpfen.
  • Haben Sie eine eher sitzende Tätigkeit oder häufige Kundenbesuche auf heimischen Sofas, ist es ein guter Tipp, die Rückseite des Jacketts oder des Blazers zu checken, ob der Stoff bei den Jackett-Schlitzen knittert. Bei sitzender Tätigkeit empfehle ich eher Blazer mit einem Schlitz.
  • Ein Paar gute Lederhandschuhe runden Ihr Erscheinungsbild ab. Dunkles Leder wirkt edler als Wolle, und man kann damit auch Auto fahren.

Sie merken, mit wenigen Tipps aus dem Bereich Stilberatung Herren läuft alles besser und auch Ihr erster Eindruck wirkt schon dynamisch und kompetent. Wenn Sie auf sich selbst achten, wirken Sie auch so, als ob Sie auf die Belange des Kunden achten können.

Gerne gebe ich Ihnen noch weitere Tipps oder wir treffen uns in einem persönlichen Gespräch.

Kommen Sie gut durch den Winter!

Herzlichst, Ihre Marion Ising

Marion Ising
Marion Ising

Marion Ising hat Ihre Ausbildung an der Gutshof Akademie gemacht
und ist seit 2005 Personality Stylistin und zertifizierte Kniggetrainerin.
Sie berät mit viel Herzblut Menschen, die ihren privaten und Business-Auftritt
optimieren und ihr volles Potential entfalten möchten.
Sie betreut das deutschlandweite Beraternetzwerk.

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