Wenn der Frühling lieber der Winter wäre

Als Farb- und Stilberaterin komme ich mit vielen Leuten über die Farben ins Gespräch und erhalte unterschiedlichste Antworten und Aussagen zu Kleidung und deren Farben. Häufig haben Personen schon mal was von Farbberatung gehört, aber wissen nicht so ganz, was dahinter steckt.

Foto: Shutterstock

Mit sich selbst im Reinen

Das Thema der Kleidungswahl ist immer aktuell und jeder springt darauf an, weil jeder jeden Tag wieder entscheiden muss:  Was ziehe ich heute an? Es gibt auch total viele Menschen, die genau wissen, was Ihnen steht. Und so fragte Charlotte K. mich neulich: „ Was müsste ich tun, wenn ich lieber der Winter wäre?“

Charlotte K. ist eine attraktive Mittdreißigerin mit glänzendem rotblondem langen Haar, dass sie gerne über die rechte Schulter wirft. Ihr edler Teint mit einer leichten Goldnote wird dezent von einem lachsfarbenem Lippenstift unterstrichen. Ihre grün-beigen Augen lachen mich durch ihre rahmenlose Brille strahlend an, so dass ich gerne wüsste, was so alles in ihrem Kopf vor sich geht. Ihre Ausstrahlung hat einfach etwas Besonderes: Man möchte sie irgendwie gerne näher kennen lernen. Und ich habe den Eindruck, dass sie mit sich selbst stimmig und im Reinen ist.

Das macht mich neugierig. „Was müsste ich tun, wenn ich lieber der Wintertyp wäre?“, ist ihre Frage. Während unserer Charlotte K. als Frühlingstyp besonders gut warme gelbstichige Farben stehen würden, die spritzig und lebhaft sind, würden zum Wintertyp kalte, blaustichige knallige eisige Farbtöne passen. Denn der Wintertyp ist von Natur aus kalttonig mit starken Kontrasten, so dass er knallige heftige Farben braucht, um besonders gut zur Geltung zu kommen.

Auf diese Herausforderung lasse ich mich gerne ein

Ok, wir denken die Sache mal von vorne bis hinten durch! Was müsste Charlotte K. als erstes ändern, um als ein Wintertyp durchzugehen? Klar, als Erstes würde sie sich Kleidung in knallfarbigen Tönen zulegen, vielleicht tiefschwarz mit knallpink kombiniert – das sieht beim Wintertyp einfach klasse aus! Reicht das?   Nein, denn in dieser Kleidung wirkt sie sehr blass.

Ok, das können wir ganz einfach mit einer kühlen Make Up–Grundierung  ändern, das rosige Töne enthält und eine gewisse Deckkraft besitzt, um den Naturhautton zu übertönen. Reicht das?   Nein, denn jetzt brauchen wir für die fahlen Lippen noch einen knalligen Lippenstift, der häufig am Tag nachgelegt werden sollte. Und die Augen brauchen einen kühlen Lidschatten, dunklen Lidstrich und viel schwarze Mascara. Reicht das? Nein, denn die rotgoldenen Haare wirken auf einmal so stumpf! Ach schade!

Na gut, dafür gibt es ja tolle Färbeprodukte zum Beispiel im rassigen braunschwarz, die einfach zum Wintertyp dazu gehören. So alle 3-4 Wochen sollte dann aber nachgetönt werden. Reicht das?   Nicht ganz, denn sobald der Sommer kommt und auch ein Dekoltee oder Schultern frei sind, sieht man, dass der Hautton der Arme und Beine und des Halses warmtonig sind und nicht zum kühlen Gesichts-Make Up passen. Na gut, dafür gibt es ja auch Mittel und Wege, das anzupassen. Wie auf dem roten Teppich bei den Oscars, wenn die prominenten Damen, so wie Gott sie schuf, in eine Ganzkörperschutzhülle steigen, der Bodydesigner gleich hinterher und sie mit einem Sprühnebel von Körpermakeup einsprüht.

Was alles so geht….?! Reicht das denn jetzt endlich? Na ja, immer noch nicht so ganz, denn der Profi erkennt immer noch am Detail, was der Betrachter nur mit einem dumpfen Bauchgefühl wahrnimmt:

Irgendwas stimmt da aber nicht

Ja genau, da stimmt was nicht. Der Profi erkennt selbst am Augenweiß und an dem Weiß der Zähne, dass die Naturfarben irgendwie immer noch nicht zu den Wintertönen in der kompletten Aufmachung stimmig sind. Ok, an den Zähnen könnte man ja was machen, aber am Augenweiß…..

Charlotte K. kommt richtig ins Schwitzen, und ich auch, denn wer will schon jeden Tag diese ganze Prozedur über sich ergehen lassen?! Jeden Tag! Hätten Sie überhaupt jeden Morgen Zeit dafür, stundenlang eine Ganzkörpermaske aufzusetzen? Denn das ist es, worauf es hinaus laufen würde.

Charlotte K. und ich gehen dann noch einmal vor den Spiegel und betrachten sie in ihrer vollen Schönheit und lebendigen Ausstrahlung. Und wir beide erkennen, dass sie in ihrer natürlich perfekt kombinierten Schönheit viel besser rüberkommt als in allen gekünstelten Zusammenstellungen, die wir uns ausmalen würden.

Entdecken Sie Ihre Einzigartigkeit

Das ist mein Motto bei meinen Beratungen. Ich lade Sie ein, doch erst einmal zu schauen, was alles toll an Ihnen ist, was Sie betonen können, wo Sie einzigartig gemacht sind. Das können wir unterstreichen – so wirken Sie authentisch und echt und stimmig mit sich selbst! So wie Charlotte K., die als überzeugender Frühlingstyp alle Blicke auf sich zieht, weil sie sich selbst und ihre eigene Persönlichkeit betont.

Was haben Sie schon alles mit Styling-Abenteuern erlebt?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Ihre Marion Ising


Autorin: Marion Ising

Marion Ising hat die Ausbildungen zur Typberaterin und Knigge-Trainerin bei der Gutshof Akademie absolviert und betreut außerdem das deutschlandweite Berater-Netzwerk.

www.typcolor.de/ising



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