Von mutigen Entscheidungen und kultivierten Bodyguards

Wer Marion Ising schon mal gegenüber gesessen hat, kennt ihre Begeisterungsfähigkeit. Egal ob sie von ihren Kundengesprächen oder den nächsten Urlaubszielen berichtet: Stets hat sie ein Strahlen im Gesicht. Eine echte Sympathieträgerin. Und ein Beziehungsmensch sowieso.

Foto: Marion Ising

Hier habe ich meine Wurzeln

Marion Ising fährt eine klare Linie, vertritt eine klare Philosophie und wagt sich dennoch immer wieder in unbekannte Gefilde. „Etwas aus dem Fenster lehnen“, nennt sie es augenzwinkernd. Geboren und aufgewachsen ist sie im Siegerland, der grünen Mitte Deutschlands. „Hier habe ich meine Wurzeln“, erzählt sie glücklich. „Ich liebe fremde Kulturen und Länder, aber das hier, das ist für mich nach Hause kommen.“ Und das kann man ihr nur schwer verdenken. An diesem frühlingshaften Tag wirkt ihr Haus nahe des Waldrandes auch mehr als einladend. Die Sonnenstrahlen durchbrechen die großen, bodentiefen Fenster des Wohnzimmers und tauchen den liebevoll dekorierten Raum in angenehmes Licht.

Von der Businesswelt in die Typberatung

Marion Ising sitzt auf ihrem Lieblingssessel, tankt ein paar Sekunden lang Sonne. „Es ist schon elf Jahre her, dass ich die Ausbildung zur Farb- und Stilberaterin an der TYP Akademie absolviert habe“, erzählt sie schließlich. „Mein Leben hat sich dadurch ganz schön verändert. Mit der Ausbildung habe ich für mich voll ins Schwarze getroffen. Seit ich als Typberaterin arbeite, weiß ich: Das ist genau das Richtige für mich.“

Schon unmittelbar nach ihrem Abitur arbeitete Marion Ising als Beraterin. Allerdings in einer Bank, in der sie eine Ausbildung zur Bankkauffrau absolvierte und bis 2007 tätig war. „Mir hat diese aufregende Business-Welt immer richtig gut gefallen. Ich habe es geliebt, Menschen zu beraten und die perfekten Lösungen für ihre Anliegen zu suchen.“ Ihre Rolle als Beraterin blieb, ihr Beruf änderte sich.

Mut zum Makel

„Als meine jüngste Tochter ein Jahr alt war, bin ich in mich gegangen. Ich habe mich gefragt, was mich denn nun wirklich erfüllen würde.“ Mutig entschließt sie sich, die Ausbildung an der TYP Akademie zu absolvieren. Kurz darauf wagt sie den Schritt in die Selbständigkeit, zwei Jahre später setzt sie den Knigge-Trainer oben drauf. Den Spagat zwischen Arbeit und Familie meistert sie erfolgreich. „Ohne die Unterstützung meines Mannes hätte das nicht hingehauen. Dafür bin ich unglaublich dankbar“, verrät sie.

Es folgen Jahre, die Marion Ising immer wieder über ihre Komfortzone hinaus befördern. Die ersten Schritte in der Selbständigkeit, die individuelle Herausforderung mit ihren Kunden. Den Kontakt zur Business-Welt hält sie durch ihre Beratungen weiterhin aufrecht. Dabei weiß sie längst, worauf es bei der Beratung wirklich ankommt: „Es geht nicht darum, ein poliertes Äußeres zu haben und möglichst makellos dazustehen. Es geht darum, authentisch aufzutreten, einen wertschätzenden Umgang zu pflegen und die Kleidung zu tragen, die die Persönlichkeit unterstreicht.“

„Die Abwechslung und die Vielfalt macht diesen Job spannend“

Draußen strahlt die Sonne jetzt in voller Kraft. Der Schatten des großen Baums im Garten übersät die Terrasse mit winzig kleinen Lichtreflexen, die auch über die farbenprächtigen Blumenbeete tanzen. Es riecht nach Frühling. Marion Ising richtet sich auf, kramt für einen Moment in ihrer Erinnerung. „Ich hatte einmal eine Kundin, die mit fünf Brüdern groß geworden ist. In der Stilberatung schlug ich ihr vor, einmal einen Rock auszuprobieren. Doch das kam für sie nicht in die Tüte“, berichtet sie. Als Kinder machten sich die Brüder der Kundin einen Spaß daraus, ihre Schwester zu hänseln. Das blieb hängen. Viel Raum für die feminine Seite war da nicht. „Ich konnte sie schließlich doch überreden, zumindest einmal einen richtig schönen, knielangen Rock anzuprobieren. Und da stand sie dann vor dem Spiegel und betrachtete sich selbst. Und plötzlich fing sie an zu weinen mit den Worten: ‚Ich bin ja wirklich schön!‘ Das war für mich zutiefst berührend. Obwohl es nur Kindersprüche waren, hatte sie jahrelang einer Lüge geglaubt.“

Doch nicht nur Einzelkunden suchen den Rat der Farb- und Stilberaterin. Immer wieder coacht Marion Ising Businessleute auf Messen und Seminaren. „Ich springe gerne in den Welten“, sagt sie begeistert. „Die Abwechslung und die Vielfalt der Aufträge macht diesen Job auch so spannend. Ob das jetzt die Young Professionals oder erfahrene Unternehmer sind – jedes Mal stehe ich vor neuen Herausforderungen.“

Benimmregeln für Brecher

Was ihr anspruchsvollster Auftrag war? Da muss sie nicht lange überlegen. „Ich wurde vor einiger Zeit von einer Security Firma beauftragt, eine Riege Bodyguards einzukleiden und mit den Umgangsformen vertraut zu machen.“ Marion Ising fängt an zu kichern. „Ich dachte natürlich zuerst an Stiernacken, Sonnenbrillen und Goldkettchen. Klischee, eben. Aber der Chef wollte genau dem entgegenwirken.“ Seriös, kompetent, dem Umfeld entsprechend sollen die Securities wirken. Marion Ising nimmt sich der Aufgabe an.

„Man vermutet das zunächst nicht, aber gerade bei solchen Kunden muss man enorm mitdenken. Brauchen die Bodyguards schicke Abendgarderobe? Passen unter den Smoking noch die Funkgeräte? Nicht auszumalen, was passiert, wenn ein Security mal mit am Tisch sitzt und an einem Fünf-Gänge-Menü scheitert“, erzählt Marion Ising mit einem breiten Grinsen. Doch die Herausforderung meistert sie bravurös, am Ende der Einheit sind die Bodyguards angemessen gestylt und mit den Benimmregeln vertraut gemacht.

Keine Angst vor neuen Ufern

Für Marion Ising gibt es noch viel zu entdecken. Mit jedem neuen Kunden taucht sie in eine ganz neue Welt, in eine ganz neue Persönlichkeit ein. Doch auch die Sehnsucht nach der Erkundung unbekannter Länder, fern von Beratungsgesprächen in der Heimat, hat sie sich beibehalten. „Meinen größten Traum erfülle ich mir dieses Jahr. Ich fliege zum ersten Mal nach Australien.“ Schon mit einer alten Klassenkameradin hatte sie sich diesen Trip während der Schulzeit ausgemalt. Über 30 Jahre später wird er nun Realität.

Nicht das einfachste Reiseziel, wenn man bedenkt, was „down under“ so alles kreucht und fleucht. Ob sie Angst vor Spinnen hat? „Ja!“, ruft Marion Ising und bricht in schallendes Gelächter aus. „Wegen mir dürfen die Krabbeltiere ruhig in ihren Büschen bleiben.“ Aber im Ernstfall wird sie sich auch dieser Herausforderung stellen, verspricht sie. Denn nicht nur bei ihren Kunden und Reisezielen, sondern auch in allen anderen Lebenssituationen gilt für Marion Ising: „Wer sich nicht traut, wird weniger erleben.“


Autor: Micha Kunze

Micha Kunze hat Angewandte Medien studiert und absolvierte sein Volontariat bei Rainer Wälde media. Er ist im Vorstand des Filmvereins just be creative e. V. tätig.



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