Nein, ich habe nicht Physik studiert. Vielleicht hätte ich es mal tun sollen, dachte ich neulich, als ich mit Spannung eine Fernsehsendung über die Weiterentwicklung des Universums verfolgte und auf Anhieb die Hauptthese dieses Films verstand: „Von der Ordnung zur Unordnung“

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Ein Naturgesetz zum Übertragen in Bereiche des Lebens

Damals in der Oberstufe hat mich tatsächlich mein Physiklehrer angesprochen, ob ich nicht Interesse am Physik-Leistungskurs hätte. Und außerdem könne man auch eine Quotenfrau im stark männlich dominierten Kurs gut gebrauchen. Wer weiß, was aus mir geworden wäre, wenn ich diese Richtung verfolgt hätte…

Von der Ordnung zur Unordnung – In diesem Bericht ging es darum, wie sich das Weltall mit all seiner Materie, seinen Sternen und Planeten immer weiter auseinander bewegt. Aus den erforschten Bewegungen schloss man, dass beim so genannten Urknall alles auseinandergesprengt wurde und sich irgendwann unendlich weit voneinander entfernt haben wird.

Die Sendung war sehr spannend und komplex, aber was bei mir hängenblieb war der Gedanke:
In allen Bereichen des Lebens erlebe ich dieses Naturgesetz ständig:

Die Ordnung weicht der Unordnung!

Der Gärtner kann ein Lied davon singen: Das gesäuberte Beet sieht so lange gepflegt aus, bis das erste Unkraut wächst und langsam alles überwuchert.

Als Geschäftsfrau habe ich vielleicht den Eindruck, mein Schreibtisch könnte gegen Abend freigearbeitet sein, um dann am Nachmittag zu erkennen, dass sich ständig neue Unterlagen und Arbeitsaufträge türmen.

Die Sängerin beschreibt ihren Haushalt mit vier Kindern, indem sie ihre Waschküche als „Kammer des Schreckens“ deklariert, in der sie knietief durch die Wäscheberge watet, gegen den Wust an Wäsche ankämpft und es einfach trotz Waschen, Falten, Bügeln, Wegräumen kaum weniger wird.

Das leckere frisch gebackene Brot wird entweder gegessen oder wird hart und schimmelt und vergeht.

Auf dem gerade gewischten Regal sammelt sich innerhalb weniger Tage eine dezente Staubschicht.

Das könnte einem ja wirklich auf die Stimmung schlagen!

Interessant finde ich, dass wir Menschen aber trotzdem das Bedürfnis haben, es genau anders herum zu versuchen:
Wir räumen ständig auf, wir ordnen, nummerieren, alphabetisieren, katalogisieren, summieren, vereinbaren Zeichen, fassen zusammen und strukturieren alles und jeden. Wir trainieren, renovieren und cremen mit Anti-Age, um den Prozess aufzuhalten.

Und wir Deutschen sind dann da noch ganz spezielle Wesen: In der Welt wird unsere Ordnungsliebe und Pünktlichkeit ja gerne aufs Korn genommen.

Menschen haben das Bedürfnis nach Ordnung, ganz klar!

Aber ist das die ganze Wahrheit? Ist das Leben nur ein Kampf gegen Unordnung, Chaos und Vergänglichkeit? Machen wir im Leben nur sauber, um Platz für neuen Dreck zu schaffen?

Interessant ist, dass schon in den ältesten Schriften der Menschheit von Zerbruch und Neubeginn die Rede ist.

Der Baum, der zu groß geworden ist, wird abgesägt – schade. Aber nach einiger Zeit sprießt ein Schößling hervor. Das Leben geht weiter, obwohl dem Baum eine tiefe Wunde zugefügt wurde, die ihn das Leben kostete. Da gibt es Hoffnung.

Die Bibel spricht davon, dass Gott nicht ein Gott der Unordnung ist, sondern des Friedens. Spannend, hier kommt ein unerwarteter Aspekt:

Das Gegenteil von Unordnung ist nicht wie erwartet Ordnung, sondern Frieden?!

Die Muschel ist ungenießbar und wertlos geworden, weil sich Sand in ihrem Fleisch verfangen hat. Das Sandkorn pikst und nervt und reibt. Die Muschel aber bildet eine Perlmuttschicht als Schutz um das Sandkorn. So entstehen Perlen. Aus einer Verletzung der Muschel kann sich eine wertvolle Perle bilden.

Im Unheil kann auch Heil entstehen. Ich erlebe das in meinem Umfeld oder in mir auch immer wieder. Da begegnen mir Menschen, deren Pläne geplatzt sind, die um einen Menschen trauern, deren Beziehung oder Ehe auseinander gegangen ist oder deren Gesundheit auf dem Spiel steht.

Das sind Verluste oder seelische Wunden, die existentiell tief gehen. Da kann man sich nicht mehr vorstellen, dass es noch irgendwie weitergeht.
Was einmal schön geplant war und geordnet ablief, kippt auf einmal um in Zerbruch.

In meiner Zeit von Krankheit und Verlusten hatte ich das Glück, von Freunden und guten Wegbegleitern zum Spezialisten für Wundenversorgung gebracht zu werden.
Bei dem Gott der Bibel, der ja selber mit Wunden geschlagen war, konnte ich Verständnis finden, meine Seele aufräumen und heil werden.

Zur Ruhe und Frieden zu kommen in einer heillosen Welt ist etwas besonders Wertvolles. Zu einem Frieden zu kommen, auch wenn nicht alles wieder gut wird, sondern anders, und daraus etwas zu machen, stellt das Gesetz auf den Kopf.

Hier liegt der Neubeginn

Menschen, die das erlebt haben, vom Zerbruch und Unordnung heil zu werden, können über den eigenen Frieden hinaus auch zu guten Helfern für andere Verwundete werden. Sie reden nicht länger wie Blinde von der Farbe, sondern können besser verstehen und begleiten.

Ordnung schaffen und Ballast abwerfen, das wünsche ich Ihnen!
Dinge zum Guten ändern, wo es geht oder über Unabänderlichem Frieden finden!
Ich wünsche Ihnen Freunde und gute Wegbegleiter, die wissen, wo es für Sie heilsame Wundversorgung gibt.

„Von der Ordnung zur Unordnung“ ist zwar ein Gesetz der Physik, aber nicht meines!
Und es braucht auch nicht Ihres zu sein.

Marion Ising
Marion Ising

Marion Ising hat Ihre Ausbildung an der Gutshof Akademie gemacht
und ist seit 2005 Personality Stylistin und zertifizierte Kniggetrainerin.
Sie berät mit viel Herzblut Menschen, die ihren privaten und Business-Auftritt
optimieren und ihr volles Potential entfalten möchten.
Sie betreut das deutschlandweite Beraternetzwerk.

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