Stilsicher zur Konfirmation

Alles erlaubt oder braucht es einen Konfi-Knigge?

Das passende Outfit zur Konfirmation: ein Thema, bei dem man durchaus unterschiedlicher Meinung sein kann. In den Festfamilien kommt es deshalb auch regelmäßig zu heißen Diskussionen. Die Vorstellungen der einzelnen Familienmitglieder klaffen bei der Kleiderwahl auseinander. Mischen sich zusätzlich die Großeltern oder andere Verwandte mit ein, macht dies die Sache nicht einfacher.

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Wieviel Stil muss sein?

Der dunkelblaue Anzug mit Krawatte für den Konfirmanden, das dezente Kostüm für die Konfirmandin? Das ist Geschmackssache. Wichtig ist, dass die Jugendlichen sich in ihrem Outfit wohlfühlen! Es ist ihr besonderer Tag! So gilt es einen Mittelweg zu finden; zu lässige Freizeitkleidung ist ebenso unangebracht, wie es übertrieben ist, extra für die Konfirmation teure Kleidung zu kaufen, die nach dem Fest im Schrank auf nimmer Wiedersehen verschwindet. Einige No-Gos, die man beachten sollte: Dazu gehören ausgefranste Jeans, Ballkleider, Miniröcke, zu tiefe Ausschnitte, schrille Neonfarben, Turnschuhe, Highheels und Baseballcaps.

Wirtshausmanieren in der Kirche?

Heutzutage fühlen sich immer mehr Menschen fremd in der Kirche. Sie sind nicht nur unsicher in Bezug auf die Liturgie, sondern legen oft ein derart respektloses Verhalten an den Tag, das mit gutem Benehmen wenig zu tun hat.

Während sich die Konfirmanden ein halbes bis anderthalb Jahre (je nach Bundesland) auf die Konfirmation vorbereiten, verwechseln manche Gäste die Kirche mit einem Wirtshaus. So ist es kein Einzelfall, das während des Festgottesdienstes laute Unterhaltungen geführt werden. Handys klingeln, es wird gechattet und mancher verlässt, mit dem Handyanrufer sprechend, die Kirche. Kaugummi kauen gehört fast schon zu den harmlosen Angewohnheiten; man sieht auch Gottesdienstbesucher mit Stöpseln für den MP3-Player in den Ohren.

Der Konfiknigge

Von Albert Schweizer, Arzt, Philosoph und evangelischer Theologe stammt der Ausspruch: „Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht“.

Auch wenn man kein Christ ist, gibt es doch gewisse Knigge-Regeln, die beim Gottesdienstbesuch zu beachten sind: Während des Festgottesdienstes redet man nicht laut miteinander. Das Handy ist im Flugmodus oder ausgeschaltet. Chatten und E-Mails abrufen ist out. Kaugummi kauen, essen und rauchen ist in der Kirche zu unterlassen.

Beim Gebet, dem persönlichen Gespräch mit Gott müssen Sie nicht mitsprechen. Sie haben die Freiheit zu schweigen, das gilt auch beim gemeinsamen Singen. Die Teilnahme am Abendmahl ist absolut freiwillig. Wollen oder können Sie nicht daran teilnehmen, bleiben Sie einfach still in der Bank sitzen. So respektieren Sie die gläubigen Gottesdienstbesucher.

Zum Abschluss des Gottesdienstes wird immer um eine Kollekte gebeten. Auch wenn ein Klingelbeutel durch die Reihen geht, gibt es keine Spendenpflicht. Wenn Sie etwas geben wollen, sollten Sie das Geld passend haben. Sich Wechselgeld aus dem Klingelbeutel zu nehmen, ist ein absolutes No-Go.

Nach dem Gottesdienst – Planung erwünscht?

Wer schon mal eine Konfirmation vorbereitet hat, weiß, dass das gar nicht so einfach ist. Die Hauptperson ist nämlich ein Teenager, die Pubertät lässt grüßen! Stimmungsschwankungen sind an der Tagesordnung und was heute in ist, kann morgen bereits out sein.

Ein Beispiel aus unserer Familie: Ich liebe Feste, schon Wochen vorher treffe ich Vorbereitungen und investiere viel Zeit und Mühe. Für die Konfirmation unseres Sohnes wollte ich natürlich auch alles stilvoll vorbereiten. So fragte ich ihn schon Wochen vor dem Fest nach seinen Dekowünschen, welche Farben er für die Blumen, Kerzen, Servietten, etc. möchte. Er entschied sich für Türkis. Kurz vor der Konfirmation gefiel ihm plötzlich die Farbe nicht mehr, nun sollte alles Blau sein. Auf keinen Fall Türkis! Ich überlegte hin und her, letztendlich entschied ich mich dafür, ihm diesen Wunsch zu erfüllen. So dekorierte ich um und die strahlenden Augen unseres Sohnes am Konfirmationstag entschädigten mich für die zusätzliche Arbeit.

Es gab bei den Vorbereitungen auch Situationen, die nicht so harmonisch endeten. Da müssen wir als Eltern lernen, die Entscheidungen unserer Jugendlichen zu akzeptieren.

Die Frage ist dann: Was ist wirklich wichtig, was ist nur Tradition und darf verändert werden?

Der Rahmen der Feier, die Gästeliste und die Restaurantauswahl sind natürlich auch vom Budget der Eltern abhängig. Die persönlichen Wünsche der Konfirmanden sollten möglichst berücksichtigt werden. Mancher Jugendliche zieht ein Fest in einer Pizzeria dem Besuch eines Nobelrestaurants vor. Auch Ausflüge mit den Eltern, Verwandten und Freunden sind eine gute Alternative zum traditionellen Konfirmationsfest.

Finden Sie gemeinsam gute Formen, damit der Konfirmationstag ein Tag der Freude wird, an den sich alle gern erinnern!


Autorin: Gudrun Scherzinger

Personal Image Coach (IHK) und Kosmetikerin

http://www.typcolor.de/scherzinger



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