Brauchen wir Mode, um gut auszusehen?

Benötigen wir die Mode, um gut auszusehen, um für alle Gelegenheiten passend gekleidet zu sein? Hilft sie uns, der Welt zu beweisen, dass wir dazu gehören und wissen, auf was es ankommt? Darum geht es in unserem heutigen Beitrag, der in der Toskana beginnt:

Foto: Shutterstock

Aus der Masse herausstechen

Ich wartete darauf, in den beeindruckenden Dom von Siena eingelassen zu werden, als ich hinten eine gelbe Gestalt über den Platz kommen sah. Zugegeben, es irritierte mich, war der Herr doch in einem knallgelb-gemusterten Overall-ähnlichen Anzug gekleidet.

Mit seiner passenden Kappe auf den Kopf erwartete ich, dass er auf dem Domplatz gleich seine Kunststücke vorführen würde. Doch ein genauerer Blick auf ihn und seine italienisch-stilvoll gekleidete Begleiterin ließ mich verstehen, dass hier jemand nur einem extravaganten Modetrend folgte.

Manchmal wünschen wir uns vielleicht nicht genau solch einen Auftritt, aber zumindest einen ähnlich selbstbewussten, mit dem besonderen i-Tüpfelchen in unserem Outfit oder auch ein bisschen mehr. Die Mode mit ihren teils ausgefallenen Elementen scheint hier das probate Mittel zu sein, um Akzente zu setzen, unserer Persönlichkeit mehr Ausdruck zu verleihen und aus der Masse herauszustechen,

Wie wichtig ist also Mode?

Benötigen wir die Mode, um gut auszusehen, um für alle Gelegenheiten passend gekleidet zu sein? Hilft sie uns, der Welt zu beweisen, dass wir dazu gehören und wissen, auf was es ankommt? Müssen wir also dem Modetrend folgen und uns dem Standard unserer Umgebung anpassen oder sollten wir doch besser auf das gängige Modediktat verzichten, um unsere Individualität deutlicher zu präsentieren? Die Antwort ist ein deutliches Jein.

Das Versprechen der Mode

Natürlich lieben wir Mode und die Kunst, mit der sie geschaffen wird. Und wir lieben das Neue, die regelmäßig wechselnden Modetrends, auch wenn sie uns mit ihren Ideen manchmal zur Verzweiflung bringen. Denn kaum hat man sich an eine neue Rocklänge gewöhnt oder auf Hosen mit außergewöhnliche Beinweite gewechselt, schon steht der nächste Trend vor der Tür, der sicherlich genau das Gegenteil proklamiert.
Das macht den Aufbau einer guten, stimmigen Garderobe sehr schwierig, auch wenn der Wechsel  reizvoll sein kann. Schließlich verheißt ein neuer Trend doch jedes mal die Hoffnung auf Kleidungsstücke, die wir wirklich mögen, die unserer Figur schmeicheln und in denen wir uns wohlfühlen. Oft hoffen wir aber vergebens. Denn auch wenn die Mode ein ums andere Mal Neues hervorbringt, passt sie sich doch weniger unseren Bedürfnisse und Wünsche an, als dass wir uns ihr anpassen müssen.

Oscar Wilde meinte sogar spöttisch „Mode ist so unerträglich hässlich, dass wir sie alle Halbjahre ändern müssen.“

Grenzen der Mode

Auch wenn Mode für die eine oder den anderen eine Hilfe sein kann, um Orientierung zu bekommen, wo Unsicherheit in der Auswahl der Kleidung besteht, wird Mode kein Garant für eine gute Garderobe und ein stimmiges Outfit sein. Halten wir uns nur daran, besteht die Gefahr, im allgemeinen Trend unser individuelles Gesicht zu verlieren.

Mehr als der aktuelle Modetrend gehört das Wissen um die eigene Persönlichkeit und die Fragen „wie sehe ich mich und wie möchte ich von meinem Umfeld wahrgenommen werden?“ Der stetige Wechsel in der Mode an sich kann hier wenig Unterstützung bieten.
„Mode ist die bereitwillige Bejahung der rätselhaften Tatsache, dass heute etwas schön ist, was gestern hässlich gewesen ist und was morgen unerträglich sein wird“, so hat schon Senta Berger diese Tatsache gekonnt auf den Punkt gebracht.

Also besser seinen eignen Stil entwickeln?

Ist also nun das Kreieren eines eigenen Stils, unabhängig von der Mode die richtige Alternative für einen individuellen Style? Ist die Zusammenstellung einer Garderobe ohne Beachtung der aktuellen Mode sinnvoll?

Empfehlenswert ist zum einen ein selbstbestimmter Stil, der sich im Laufe der Zeit zu einem individuellen, selbstbewussten Look entwickelt und die Persönlichkeit der Trägerin, des Trägers unterstreicht. Zum anderen ist auch ein Berücksichtigen der Modetrends durchaus hilfreich. Zeigen wir dadurch doch auch unsere Kompetenz, bei aktuellen Themen auf dem Laufenden zu sein – nicht nur im Bereich der Bekleidung.

Geschickt ist es dann, mit den unzähligen Möglichkeiten der Mode zu spielen und uns damit gekonnt individuell und auch modisch in Szene zu setzen und damit unseren Typ geschickt zu unterstreichen.

Die Mode für den individuellen Stil nutzen

Wie findet man nun seinen eigenen Stil? Fragen nach den eigenen Stärken und Schwächen sind ein erster wichtiger Anhaltspunkt. Dies gilt für den Körper genauso wie für die Persönlichkeit.

Um einen eigenen Look zu entwickeln sind weitere Fragen hilfreich. Was möchte ich mit meinen Outfits ausdrücken? Was sind meine Bedürfnisse und was die Anforderungen meines Alltags? Was möchte ich hervorheben, was eher kaschieren?Wie viel Bequemlichkeit darf sein und wie viel Repräsentation ist nötig? Welche Persönlichkeiten sind mir in modischen Fragen ein Vorbild?
Die Beantwortung dieser und weiterer Fragen beeinflussen unter anderem die Auswahl der Materialien und Accessoires, die Entscheidung für Farben, Schnitte und Muster.

Eine gekonnte Kombination aus Stil und Mode

Und genau hier kommt auch die Mode wieder ins Spiel. Je nach aktuellem Trend werden die Elemente gewählt, die zum jeweiligen Typ passen. Mal sind es die Farben, mal ein Muster oder ein bestimmtes Accessoire. Und nicht zu vergessen – Ausnahmen bestätigen die Regel! Manchmal darf es auch der berühmte Stilbruch sein – ein Hingucker, der allerdings nicht den Look zerstört, sondern auf kecke Art ergänzt und etwas von der Individualität und den Vorlieben der Besitzerin widerspiegelt.

Fazit

Kleidung soll uns in unserer Haut wohl fühlen lassen, uns die Möglichkeit geben, zu zeigen, wer wir sind und gleichzeitig dafür sorgen, dass wir von der Welt ernst genommen werden.

Erreichen können wir das, indem wir unseren unverkennbaren eigenen Look entwickeln, mit klassischen Stücken aus unserer Garderobe kombinieren und mit Elementen aus der jeweiligen Mode gekonnt ergänzen. Denn Mode ist kein Diktat, sondern die Vielfalt, aus der man das Perfekte für sich auswählen kann.

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Autorin: Bettina Hertzler

Bettina Hertzler ist langjährige Typ- und Imageberaterin und seit 2014 Personal-Image-Coach. Die erfolgreiche Absolventin der Gutshof Akademie berät Privatpersonen, Mitarbeiter von Verwaltung und Unternehmen, Politiker und Selbständige in Stilfragen und Persönlichkeitsentwicklung.
Ihr Motto: Zeige, was in dir steckt!

www.bettina-hertzler.de
https://de-de.facebook.com/Bettina.Hertzler.IMAGE.COACH/



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