Krawatte: Wie Mann sich nicht beim Kunden blamiert

Morgens um 7:30 Uhr beim Frühstück in einem Hotel in Mannheim. Ich sitze an einem Tisch und genieße eine Tasse Cappuccino, als ich einen großen schlanken Mann sehe, der sich auf den Weg zum Frühstücksbuffet macht. Sofort fällt mir seine Krawatte auf, die doch tatsächlich nur bis zur Hälfte seines Oberkörpers reicht. Das kann ich kaum fassen!

Foto: shutterstock

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Welcher Mann will sich schon beim Geschäftstermin blamieren?

„Der arme Mann…“ denke ich, „der wird sich doch völlig blamieren, egal welchen Geschäftstermin er hat!“ Ich sehe ihm noch ein bisschen zu und bin am Überlegen, ob ich den Mut haben soll, ihn auf seine viel zu kurze Krawatte anzusprechen. Nach einigem Hin und Her entscheide ich mich. Ich gehe auf seinen Tisch zu und beginne: „Entschuldigen Sie, dass ich Sie anspreche. Aber Ihre Krawatte ist viel zu kurz. Sie müssen sie länger binden, so dass sie den Gürtel berührt. Schönen Tag noch.“

Das war alles. Gar nicht so schlimm. Der Mann traute sich zwar kaum, mir in die Augen zu schauen und nickte nur kauend mit einem „Aha.“ Aber ich denke, obwohl es eine peinliche Situation für ihn war, ist es doch besser, sich vor einer wildfremden Person zu blamieren, als vor einem wichtigen Geschäftspartner oder potentiellen Kunden, bei der Repräsentation der eigenen Firma auf einer Messe oder einer Rede vor dem Konzernvorstand.

Sorgfalt ist gefragt – die Krawatte ist Ihre Visitenkarte

Ist der Schlips richtig gebunden, endet die Krawattenspitze genau einen Zentimeter unter dem Hosenbund bzw. Gürtel. Am Kragen darf kein Zwischenraum bleiben, der Knoten muss also so weit wie möglich zugezogen werden und den Kragensteg und obersten Hemdknopf komplett abdecken.

Bei dem Langbinder gilt für das Binden absolute Präzision. Der auf die Gesichts- und Kragenform, die Proportionen sowie das Krawattenmaterial abgestimmte Knoten muss sich formvollendet in den Kragen einschmiegen. Nur so wird die Erscheinung des Mannes harmonisch wirken und sein Auftritt von Stil und Eleganz begleitet sein.

Punkten Sie nicht nur inhaltlich sondern auch optisch

Gerne würde ich wissen, wie der Tag dieses Mannes in Mannheim verlaufen ist. Konnte er bei seinem Meeting punkten und sein Gegenüber für sich gewinnen? Was auch immer auf seiner Tagesordnung stand, ich bin sicher, dass er künftig seine Krawatten in der korrekten Länge binden und somit beruflich wie gesellschaftlich und privat mit Erfolg überzeugen wird. Denn die Krawatte, ist die Visitenkarte jedes Mannes.


Glaudia Chestnut

ist zertifizierter Image-Consultant und leitet das "Hotel Inspiration" im bayrischen Tittmoning.



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