Überall laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren: die Erstkommunion steht an, ebenso Firmung, Konfirmation oder Jugendweihe. Auch ich habe in diesem Jahr sowohl ein Kommunionkind, als auch einen Firmling in meiner Familie. Spätestens jetzt wird es aus Knigge Sicht höchste Zeit, sich zusammen mit Ihrem Kind Gedanken über die Feierlichkeiten zu machen und diese entsprechend vorzubereiten.

Knigge Kommunion Firmung Konfirmation

Foto: Foto Jung

Festlicher Gesamteindruck der Garderobe

Obwohl der Kleider Knigge lockerer geworden ist, wird diese immer noch bestimmt von der Feierlichkeit des Anlasses: dem Gottesdienst in der Kirche. Tabu sind hier Jeans, superkurzer Minirock, Party-Kleidung und Turnschuhe. Bei der Erstkommunion ist es für Mädchen ganz klar: sie dürfen ein weißes Kleid anziehen. Für junge Damen, die gefirmt bzw. konfirmiert werden, oder den Übergang ins Erwachsenenalter feiern, ist ein schlichter Hosenanzug passend, ebenso ein schmales Kleid, alternativ ein Rock mit Bluse oder Top, beides ergänzt mit Bolerojäckchen oder Blazer.

Die Jungs gehen zu beiden Events in Anzug, vielleicht mit Weste, dazu ein passendes Hemd mit Krawatte. Wird auf letztere verzichtet, empfehle ich, das Sakko mit einem Einstecktuch zu ergänzen und somit das Erscheinungsbild interessanter und flotter zu machen. Mutige können auch zu Fliege oder Plastron greifen. Bei uns in Bayern ist Tracht ebenfalls eine ausgezeichnete Wahl. Mit Lederhosen, Stresemannhose mit Weste oder Trachtenanzug sind die Jungs immer gut angezogen, wie auch die Mädls mit dem Dirndl. Wichtig ist, dass sich Ihr Kind in dem Outfit wohlfühlt. Ein Tipp: zu sportliche, extravagante oder bunte Schuhe lenken vom festlichen Gesamteindruck ab.

Das Kind in der Rolle des Gastgebers

Bei der Erstkommunion vielleicht noch weniger, aber sicherlich bei Firmung bzw. Konfirmation oder Jugendweihe wird es das erste große Fest sein, in dem Ihr Kind in die Rolle des Gastgebers schlüpft. Unterstützen Sie Ihr Kind dabei von Anfang an: Beziehen Sie es mit ein in die Überlegungen zur Gästeliste, den Einladungen, der Lokation, Speiseauswahl usw. Üblicherweise wird das Fest mit den engsten Verwandten gefeiert, den Eltern und Geschwistern, Großeltern und Paten mit Familien, den Tanten, Onkeln, Cousinen und Cousins. Möchten Sie ganz stilvoll  Einladungen per Post verschicken, lassen Sie Ihr Kind dies machen.

Natürlich können Sie auch persönlich, per Telefon oder E-Mail einladen. Wenn Sie wissen, wie groß Ihre Gesellschaft sein wird, sollten Sie überlegen, ob Sie Ihre Gäste bei Ihnen zu Hause unterbringen und bewirten, oder lieber in ein Restaurant gehen wollen. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, mittags auswärts zu essen und für Kaffee und Kuchen daheim zu feiern. So haben die Kinder mehr Freiheit zum Spielen, und die Großeltern können es sich auf der Couch gemütlich machen und sich ein wenig ausruhen.

Knigge: Tischkarten helfen bei der Sitzordnung

Egal ob Restaurant oder zu Hause: Die Hauptperson des Tages sitzt in der Mitte der Tafel. Rechts und links nehmen die Eltern Platz. Ist der Pfarrer eingeladen, sitzt dieser neben der Mutter. Pate und Großeltern nehmen gegenüber dem Kind oder Jugendlichen Platz. Ein Tipp: Lassen Sie Ihr Kind Tischkarten für die wichtigsten Gäste schreiben. Dann nehmen Sie den Mitfeiernden die Unsicherheit bei der Platzwahl.

Die Begrüßungsrede des Gastgebers

Wenn alle sitzen, ist es für den jugendlichen Gastgeber angebracht, eine kleine Begrüßungsrede zu halten. Das muss auch gar nicht lange sein. Ein kurzes Dankeschön fürs Mitfeiern und Dabeisein reicht völlig aus. Ist Ihr Sprössling zu schüchtern, können ihm Mutter oder Vater gerne unter die Arme greifen. Aber zweifelsohne ist es eine großartige Möglichkeit für Ihr Kind, mit Hilfe der Rede in die Rolle eines Gastgebers hineinzuwachsen. Wenn Mutter, Vater, Pate oder andere Gäste auch eine Rede halten wollen, ist der beste Zeitpunkt dafür nach dem Hauptgang.

Knigge: Korrekter Umgang mit Geschenken

Werden Geschenke bereits auf dem Kirchengelände überreicht, werden diese nicht sofort geöffnet, sondern entweder im Restaurant oder zu Hause auf den Geschenke-Tisch gelegt. In Briefumschläge mit möglichen Geldgeschenken wird in diesem Stadium auch nicht hinein geschaut. Idealer Zeitpunkt zum Öffnen der Geschenke ist entweder während dem Warten auf das Essen, oder im Anschluss an dieses.

Das Kind packt jedes Geschenk aus und bedankt sich persönlich dafür bei der jeweiligen Person – falls diese anwesend ist. Ein paar Wochen nach der Feierlichkeit ist es angebracht, sich mit einer Grußkarte und Foto bei allen Gratulanten zu bedanken.

Nun wünsche ich Ihnen, Ihrem Kind und Ihrer ganzen Familie eine entspannte Vorbereitungszeit und dass Sie dieses besondere Fest mit Freude, Frieden und innerer Ruhe feiern können.

Glaudia Chestnut
Glaudia Chestnut

Glaudia Chestnut hat an der Gutshof Akademie die Ausbildung zum Image-Consultant sowie zur Wohnberaterin abgeschlossen. Sie hat einen Magister in Politikwissenschaften und leitet mit ihrem Mann das Hotel Inspiration im südostbayerischen Tittmoning. Sie unterstützt Menschen, sich in der Geschäftswelt und in der Politik professionell zu präsentieren, nach ihrem Motto: manifest your best!

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