Kleiderfasten – (k)ein Problem

 

Fasten ist in Mode – so scheint es zumindest

Jedes Jahr zu Beginn der Fastenzeit machen sich Menschen Gedanken, auf was sie in dieser Zeit verzichten wollen. Für die einen ist es schnell klar: Die Süßigkeiten werden weggelassen, andere wollen in der Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern ihren Medienkonsum stark einschränken. So verschieden wir Menschen sind, so unterschiedlich gestalten wir unsere Fastenthemen.

Foto: Shutterstock

Auf was verzichten Sie? Und was ist Ihre Motivation, diese Zeit vor Ostern zu besonderen Tagen zu machen?

Kleiderfasten, für mich kein Problem! So dachte ich zumindest Ende Februar. Hochmotiviert ging ich die Sache an. Ich wollte meinen Vorsatz, in der Fastenzeit nichts zum Anziehen zu kaufen, in die Tat umsetzen.

Sonderangebote

Schon in der zweiten Märzwoche, als die ersten warmen Sonnenstrahlen durchs Fenster schienen, fand ich im Briefkasten das erste Sonderprospekt. Lauter tolle Frühjahrsmode, ansprechend zusammengestellt auf mehreren Doppelseiten. Nur schon beim Anschauen hatte ich das Gefühl: Dieses oder jenes Teil brauche ich unbedingt. Nach dem langen Winter muss das einfach sein. Mich zogen die neuen Trendfarben, wie z.B. Greenary, ein saftiges Grasgrün, magisch an. Überall blühte es. Auf Kleidern, Jeans und Schuhen. Der florale Trend zeigt sich in romantischen Blütenstickereien bis hin zu exotisch wirkenden Mustern wie Kaktus- oder Hibiskusblüten.

Spätestens jetzt kam mein Fastenvorsatz ernsthaft ins Wanken. Warum musste die neue Frühjahrskollektion auch parallel zur Fastenzeit auf den Markt kommen?

So beschloss ich eines Tages, meinen freien Nachmittag zum FENSTERSHOPPEN zu nutzen. Nur mal schauen, was da alles so ausgestellt wird. Mir begegneten jede Menge Sonderangebote, die roten SALE –Schilder waren nicht zu übersehen.

Es kam, wie es kommen musste. Ruckzuck war ich in einem Laden drin, eine eifrig bemühte Verkäuferin sofort an meiner Seite. Sie präsentierte mir die neuen Teile der Frühjahrskollektion und machte mich auch gleich darauf aufmerksam, dass jetzt die beste Zeit wäre, einzukaufen. Alles ist in jeder Größe da, man kann stressfrei aussuchen, anprobieren und kaufen.

So weit, so gut. Wäre da nicht mein persönlicher Fastenvorsatz gewesen. Gerade noch rechtzeitig fiel er mir wieder ein. Ich verließ fluchtartig das Geschäft.

Die schöne Frühjahrsmode muss dieses Jahr auf mich warten, auf jeden Fall bis nach Ostern!

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Fasten unsere Sinne und unseren Verstand schärft. Alles wird intensiver – Hören, Riechen, Sehen, Schmecken, Tasten. Wir werden achtsamer und nehmen uns und unsere Umgebung neu wahr.

Ich lade Sie heute dazu ein, gehen Sie besonders aufmerksam durch den Tag. Verzichten Sie bewusst auf etwas! Spüren Sie dem nach, was der Verzicht mit Ihnen macht!

Ich wünsche Ihnen gute Fastenerfahrungen.

Verzicht nimmt nicht – Verzicht gibt!!

 


Autorin: Gudrun Scherzinger

Gudrun Scherzinger ist Personal Image Coach und seit 2015 systemischer Coach und Berater. Sie hat das Projekt Barrierefrei Schönsein ins Leben gerufen.
http://www.typcolor.de/scherzinger



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