Der Begriff „Inklusion“ ist längst nicht so klar, wie er gehandelt wird. Jeder hat andere Vorstellungen davon, wie sie aussehen soll. Was brauchen Menschen, die auf irgendeine Art und Weise ein Handicap haben? Und haben wir nicht alle irgendwie eins? Echte Inklusion, wie funktioniert diese?

Foto: Shutterstock

Inklusion – ein Menschenrecht

Schon immer war es das besondere Merkmal einer Gesellschaft, wie sie mit Menschen mit Behinderung, aber auch mit Chronisch Kranken und älteren Menschen umgeht. 

Das Wort “Inklusion” kommt vom lateinischen Begriff “includere”, das heißt “einschließen”, “einbeziehen”.

Untenstehende Grafik der „Aktion Mensch“ zeigt sehr klar die Unterschiede zwischen Exklusion, Integration und Inklusion.

Quelle: Aktion Mensch

Durch die UN-Behindertenrechtskonvention ist Inklusion zu einem Menschenrecht geworden. Drei wichtige Punkte sind darin enthalten:  

  • Selbstbestimmung: Selbstbestimmtes Wohnrecht für alle. Und jeder darf frei entscheiden, welchen Beruf er ausüben möchte.
  • Teilhabe: Alle haben das Recht, am allgemeinen Leben teilzunehmen.
  • Gleichstellung: Menschen mit einer Behinderung sollen so leben, wie alle Menschen.

Wenn alle Menschen mit dabei sind, ist es normal, verschieden zu sein. Wir sind dazu herausgefordert, dieses Menschenrecht mit Leben zu füllen.

Viele Leute haben Ängste, wenn sie einer Person mit Handicap begegnen. Sie wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen und meiden den näheren Kontakt, um ja nichts falsch zu machen. Und genau das ist der größte Fehler!

Inklusion am Arbeitsplatz ist eine besondere Herausforderung. Man will dem Kollegen mit Behinderung helfen, weiß aber nicht wie, wann und wo und erreicht manchmal ungewollt das Gegenteil.

Im Kontakt mit blinden Menschen ist es z. B. grundsätzlich kein Problem, ihm zur Begrüßung  die Hand zu reichen. Wichtig ist, dass man dabei seinen eigenen Namen sagt und sich im weiteren Gesprächsverlauf nicht von ihm abwendet. So kann die sehbehinderte Person erfassen, dass man direkt zu ihr spricht.

Ungefragt helfen?

In der Regel sollten Sie immer fragen, bevor Sie behinderten Menschen helfen. Einen blinden Menschen oder einen Rollstuhlfahrer ungefragt über die Straße zu schieben, ist zwar gut gemeint, aber sehr respektlos. Auch Menschen mit Handicap fühlen sich wohl und geachtet, wenn man ihr Distanzbedürfnis und ihre Grenzen respektiert. Menschen mit einer Behinderung sollten Sie selbstverständlich nicht ungefragt berühren, auch deren Hilfsmittel sind etwas sehr Persönliches und für Fremde tabu.

Es gibt Behinderungen, die einem Betroffenen nicht anzusehen sind. Auch hier gilt: Höflichkeit ist Trumpf. Seien Sie aufmerksam und einfühlsam, das kommt immer gut an. Respektieren Sie die allgemein geltenden Distanzzonen und dass man fremde Menschen siezt, sollte außer Frage stehen.

Ignoranz geht gar nicht

Befindet sich ein Mensch in Begleitung eines Assistenten, wenden Sie sich trotzdem der Person persönlich zu. Es ist wichtig, direkten Kontakt zu ihr aufzubauen, nur so kann Wertschätzung gelingen. Ein gehörloser Mensch ist z.B. häufig in der Lage, uns zu verstehen, wenn wir direkt mit ihm reden, da er von unseren Lippen ablesen kann. 

Traumziel – Inklusion

Um das Traumziel Inklusion zu verwirklichen, benötigen wir viele Personen, die  allen Menschen offen und freundlich, unabhängig vom Alter, Herkunft, Gesundheitszustand oder einem offensichtlichen Handicap, begegnen. Andererseits braucht es eine Verbesserung der sozialen Infrastruktur und auch die Bildungsinklusion muss weiter ausgebaut werden.

Leben wir gemeinsam Inklusion, ein lohnendes Ziel mit Stil!

Gudrun Scherzinger
Gudrun Scherzinger

Personal Image Coach (IHK)

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