Ihr Image – noch Schein oder schon Sein?

Der Weg zu unserer diesjährigen Ferienwohnung war etwas schwer zu finden, irgendwann gab das Navi die Anweisung, die Landstraße zu verlassen und in einen Waldweg einzubiegen. Nach zwei Kilometern, vorbei an Wald und weiten Haferfelder, erreichten wir das riesige, wunderschön gepflegte Anwesen. Zwischen dem große Herrenhaus und den weiteren Gebäuden, aus dem für diese Region typischen roten Backsteinziegeln, winkte uns unsere Gastgeberin schon von Weitem freundlich zu. Die Begrüßung war unglaublich herzlich und unkompliziert. Sie stellte sich lediglich mit ihrem Vornamen vor – ihren Adelstitel ließ sie dabei einfach weg. Überhaupt entsprach sie so gar nicht dem gängigen Image des distanzierten oder gar versnobten Adels, sondern begegnete uns mit Offenheit und echtem Interesse. Man merkte, diese Frau will niemandem etwas beweisen, sie ist ganz bei sich und kann deshalb auch ihrem Gegenüber mit Wertschätzung begegnen.

Mich hat das beeindruckt, denn ich liebe es, wenn ich spüren kann, dieser Mensch ist echt, will niemandem etwas vorspielen, sondern ich darf seine wahre Persönlichkeit entdecken.

Foto: Shutterstock

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Ein Blick hinter die Kulissen

Wie geht es Ihnen damit? Ist Ihnen ein authentisches Gegenüber wichtig? Und wie gehen Sie mit Ihrem eigenen Image um? Ist es bei Ihnen manchmal auch noch ein wenig zu sehr Schein, als lieber endlich Sein? Oder gar – „Ich weiß, was von mir verlangt wird, welche Rolle ich zu spielen habe, aber wer ich wirklich bin, weiß ich selbst nicht“?

Haben Sie sich schon einmal diese Frage gestellt? „Wer bin ich eigentlich? Was macht mich aus?“ Und – „Wie möchte ich von den anderen wahrgenommen werden?“

Heute möchte ich Sie nicht nur dazu einladen, einmal über Ihr Verhältnis zu Ihrem eigenen Image zu reflektieren, sondern gebe Ihnen auch Tipps, wie Sie Ihr Auftreten und Ihre Persönlichkeit mehr in Einklang bringen können.

Die tatsächliche Herausforderung

Die Frage ist also – wie schaffe ich es, einen stimmigen Eindruck zu hinterlassen und somit als authentisch und „echt“ wahrgenommen und akzeptiert zu werden?

Hier liegt nun tatsächlich die eigentliche Herausforderung: kann ich zu mir selber stehen und möchte ich, dass andere mich als die-/denjenigen kennen lernen, die/der ich wirklich bin?

Vielen fehlt dazu der Mut, da wir gelernt haben, für andere zwar Verständnis und Mitgefühl zu haben, aber uns selbst gegenüber begegnen wir meistens mit harter Selbstkritik. Wir sind es gewohnt, wenig Lob, aber dafür umso mehr Kritik einzustecken und wer im Leben weiter kommen will, muss hart an sich arbeiten und darf mit sich selbst nicht nachgiebig sein. Das ist meist unser Credo.

Doch die Wahrheit ist, dass wir nur dann unser ganzes Potential abrufen können, uns richtig entfalten können, wenn wir wissen, wer wir sind, was wir können und was wir wollen – dann finden wir auch den Weg dorthin – und zwar ganz aus uns selbst – und auf unsere ganz eigene, unverwechselbare und mitreißenden Art und Weise – weil wir uns unserer Selbst sicher sind!

Was sind aber nun die ersten Schritte dorthin?

Es klingt einfach und ist doch gar nicht so leicht: wir müssen hinhören – und zwar sehr genau und mit Geduld. Wir müssen uns ernst nehmen und wir benötigen Zeit – aber viel weniger, als Sie denken.

Im Prinzip ist es so, als wenn Sie jemanden ganz neu entdeckt haben und diese Person nun näher kennen lernen möchten – im besten Fall kann daraus Liebe entstehen.

Hier einige Tipps für einen erfolgreichen Weg zu sich selbst und damit letztlich zu einem stimmigen Image:

1) Nehmen Sie sich Zeit für sich, schon 5-10 Minuten zum Beispiel am Morgen reichen völlig aus, auch eine monotone Arbeit, die nicht Ihre konzentrierte Aufmerksamkeit erfordert, ist dazu geeignet.

2) Setzen Sie Ihre Sinne ein, um sich bewusst wahrzunehmen. Dabei könnten Sie einfach Ihrem Herzschlag lauschen, wahrnehmen, was Sie um sich herum hören oder riechen, beim Essen einmal schweigen und bewusst hin-schmecken, oder bei einer Arbeit Ihren Händen bei den Bewegungen zuschauen. So lernen Sie in kleinen Schritten, bei sich zu bleiben.

3) Bleiben sie dabei im Hier und Jetzt. Sollten Sie einmal abschweifen ist das aber kein Grund, sich zu maßregeln oder abzubrechen, sondern nehmen Sie dies einfach wahr, und kommen Sie mit einem UND einfach wieder zu Ihrer Übung zurück.

4) Wenn Sie mit der Zeit Übung darin bekommen haben, für einige Augenblicke bei sich und im Moment zu verweilen, dann beginnen Sie, noch etwas genauer hinzulauschen. Fragen sich mit dieser gelassenen Haltung , was genau Sie eigentlich ausmacht, oder welche Gewohnheiten oder Einstellungen nicht mehr zu Ihnen passen.

Eine neue Haltung

Sie werden staunen, wie Sie vermutlich mit der Zeit eine Veränderung Ihrer Haltung und Ihrer Gefühle (zu sich selbst und zu anderen) wahrnehmen werden. Durch diesen achtsamen und wertschätzenden Umgang mit sich selbst, lernen Sie auch wieder, Ihre eigene Stimme zu hören und herausfinden, was Ihnen Wert und wichtig ist. Dies wird natürlich auch für andere spürbar und sichtbar werden, an Ihrer Körperhaltung und Ihrer Ausstrahlung. Auch mit Ihrem äußeren Erscheinungsbild können Sie Ihrer Identität mehr Ausdruck verleihen und entwickeln somit ein  stimmiges Gesamtbild .

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Entdecken und Entdecktwerden.


Autorin: Bettina Hertzler

Bettina Hertzler ist langjährige Typ- und Imageberaterin und seit 2014 Personal-Image-Coach. Sie berät Privatpersonen, Mitarbeiter von Verwaltung und Unternehmen, Selbständige, sowie Politiker in Stilfragen und Persönlichkeitsentwicklung.
Ihr Motto: Zeige, was in dir steckt!

http://www.typcolor.de/hertzler



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