Goldener Morgen

Eine Workshop-Einladung mit genau diesem Titel flatterte auf meinen Schreibtisch. Goldener Morgen: Da sehe ich das Frühstück im Bett vor meinem geistigen Auge. Die Sonne scheint durch das Fenster und die leichte weiße Gardine weht sanft im Wind. Im Hintergrund läuft die Musik mit den Worten: “Der Kaffee ist fertig! Klingt das nicht unheimlich zärtlich?“

Foto: Shutterstock

Das Leben überfällt mich

Wenn ich mal ganz ehrlich bin, startete bei mir leider kein Tag so. Der Wecker klingelte gefühlt zwei Stunden zu früh, ich fiel aus dem Bett, und bevor ich so richtig da war, überfiel das Leben mich. Kinder mussten den Bus noch erreichen und steckten sich zwischen Tür und Angel noch schnell ein Pausenbrot ein. Mein Mann suchte auf den letzten Drücker seinen Schlüssel, und ich stolperte irgendwie desorientiert zwischen allen herum.

Wie Sie gelassener, produktiver und glücklicher in den Tag starten

Da werde ich doch direkt neugierig bei dieser Überschrift der Workshop-Beschreibung, denn das möchte ich gerne. Morgens früh entspannt und gelassen in den Tag starten und mich dem Leben nicht mehr so ausgeliefert fühlen. Gespannt melde ich mich an, nicht ohne zu betonen, dass ich eigentlich eher eine Eule bin, die morgens erst nach Kaffee und Frühstück in die Pötte kommt und mit Ritualen nicht so viel am Hut hat.

Bei den anderen Teilnehmern gibt es sowohl Leute wie mich, die morgens erst langsam hochfahren, dafür aber abends lange online sein können. Es gibt aber auch welche, die morgens schon vor dem ersten Vogel wach sind und um acht Uhr schon ihr zweites Frühstück brauchen, sich aber dafür abends um neun Uhr schon ins Bett verabschieden. Was ist denn besser? Was ist schlechter? Kann ich meine innere Uhr umtrainieren, um morgens fit zu sein? Muss ich jetzt morgens noch früher aufstehen, um einen goldenen Morgen zu erleben?

Wie beginnt Ihr Tag?

Irgendwie sind das gar nicht die Fragen des Workshops, mit denen ich gerechnet hätte, sondern es geht darum, für jeden individuell herauszufinden, was dem Einzelnen gut tut und das dann in den morgendlichen Ablauf zu integrieren. Dazu erfahre ich, dass wir zum Erwerben von neuen Gewohnheiten 33 – 66 Tage brauchen, damit sie langsam unbewusst und automatisch ablaufen. 40-50% unserer Handlungen sind laut Hirnforschern keine bewussten Entscheidungen, sondern angeeignete automatische Gewohnheiten, die uns helfen, Energie zu sparen. Deswegen gilt es nun, sich gute Gewohnheiten anzutrainieren, weil sie positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit und Lebensfreude haben.

Ich bereite mich auf den Tag vor

Für mich ist es eine große Erleichterung herauszufinden, wie ich mich selbst auf den Tag vorbereiten kann und schon ein paar Minuten für mich haben kann, in denen ich mich sammeln und aufwachen kann. Ich verrate Ihnen jetzt mal, welches Morgenritual ich in den 4 Workshopwochen eingeübt habe unter mehrfachem Umstellen und Optimieren. Morgens, wenn ich aufwache, recke und strecke mich jetzt bewusst erst einmal im Liegen. Dabei knackt es an mancher Stelle und manches Scharnier wird nach der Nacht wieder gängig.

Dann wird mein Gehirn wacher, indem ich mir drei Dinge im Bett überlege, für die ich dankbar sein kann. Überlegt habe ich auch, diese Gedanken in einem Heft am Bett direkt aufzuschreiben, aber das habe ich auf einen anderer Zeitpunkt am Tag verlegt. Wenn ich dann aufstehe, dehne ich mich in alle Richtungen, an wärmeren Tagen dann auch am offenen Fenster. Mein Nachbar hat nichts dagegen. Jetzt genehmige ich mir ein großes Glas Wasser, das ich mir speziell dafür gekauft habe und stelle mich dann der Welt. Gefrühstückt wird ohne Handy, was eine super Erfahrung ist. Und wenn es gut läuft, kann ich noch 15 Minuten in meinem Lieblingssessel sitzen und ein paar gute Worte für den Tag lesen.

Entspannter und ausgeglichener in den Tag

Es ist kein riesiger Aufwand, wie Sie sehen, und wir haben das Rad auch nicht neu erfunden, aber es ist ein enormer Gewinn, weil ich mich morgens entspannter und ausgeglichener fühle. Und es funktioniert sogar auch im Hotel oder Urlaub, das habe ich auch schon ausprobiert. Wir haben viel gelacht im Workshop und immer wieder betont, wie wichtig es ist, den Tag mit Dingen zu beginnen, auf die Sie sich schon freuen.

Während ich eigentlich mein Frühstücksbrötchen besser erst essen würde, bevor ich es beim Bäcker kaufe, weil mein Kreislauf noch schläft, liebt eine andere Teilnehmerin es, morgens früh zuerst eine Stunde im Wald mit dem Hund zu spazieren. Dann erst frühstückt sie und verschönert sich Kaffe und Müsli mit wertvollem Porzellan.

Gerne schreibe ich Ihnen auch noch andere Tipps auf, wo Sie schauen können, ob etwas für Ihren Goldenen Morgen dabei ist.

  • Schauen Sie sich Ihren Morgen erst einmal an und überlegen Sie, was Ihnen gut tut und was Sie gerne ändern würden.
  • Prüfen Sie doch einmal Ihren Schlafplatz, wo Sie noch optimieren können. Vielleicht eine ergonomische Matraze, ein neuer Anstrich oder ein neuer geschlossener Schrank statt einem offenen Regal, wo Sie von tausend Dingen abgelenkt werden.
  • Vielleicht hilft Ihnen auch ein anderer Klingelton im Wecker?
  • Bauen Sie Dinge ein, die Ihnen gut gefallen und worauf Sie sich freuen können.
  • Lächeln Sie den Menschen im Spiegel einfach mal an. Das sind Sie.
  • Eine gute Idee ist es, sich schon am Abend vorher den Tisch zu decken und die Kaffeemaschine startklar zu machen.
  • Wenn Sie abends vor dem Schlafen gehen die Sachen des Tages noch wegräumen, kommen Sie morgens in eine strukturierte Umgebung.
  • Schreiben Sie sich Ihr Ritual auf und hängen Sie es an einen Ort, wo Sie es morgens sehen können.
  • Manchen Menschen helfen Tabellen, wo Sie eintragen oder abhaken können, was schon erledigt ist.
  • Eine Teilnehmerin hat sich bereits abends eine To-Do-Liste gemacht und den neuen Tag durchdacht, weil sie damit vorbereiteter ist.
  • Eine andere gönnt sich ein paar Minuten Yoga oder Gymnastik.
  • Es ist auch eine super Idee, sich schon abends das Tagesoutfit zurecht zu legen entsprechend der Termine, die Sie vor sich haben. Morgens vermeiden Sie dann Hektik, weil das Outfit vielleicht nicht gebügelt ist oder die blauen Socken in einem Meer von schwarzen nicht mehr wieder zu finden sind.

Ich habe mein goldenes Morgenritual gefunden und dafür zum Abschluss des witzigen und weiterführenden Workshops einen Orden bekommen. Danke an Heike Kadereit von WOW-Workshops.

Wie starten Sie denn in den Tag? Als Mutter, als Berufstätiger, als Unternehmerin oder Unternehmer, als Student oder Politikerin?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare und wünsche Ihnen einen sonnigen Tag,

Ihre Marion Ising


Autorin: Marion Ising

Marion Ising hat die Ausbildungen zur Typberaterin und Knigge-Trainerin bei der Gutshof Akademie absolviert und betreut außerdem das deutschlandweite Berater-Netzwerk.

www.typcolor.de/ising



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