Entspanntes Miteinander auf vollen Pisten – ein kleiner Ski-Knigge mit Augenzwinkern

von | 24.02.2020 | Knigge

Noch ein Klick und dann kann es losgehen. Stiefel in die Bindung, Skibrille aufsetzen und nichts wie rein in diesen Schneehang, der strahlend in der Wintersonne glänzt. Was für ein Geschenk. Das einzige Problem – dieses Geschenk ist nicht nur für mich. Dazu bin ich wieder nicht früh genug aus der Kiste auf die Piste gekommen.

Foto: Shutterstock

Fünf Busladungen andere Menschen

Jetzt stehe ich leider nicht in einer kleinen Gruppe abfahrtbereit, sondern gemeinsam mit gefühlt fünf Busladungen anderer Menschen, die sich nun alle auf diesen Winterhang stürzen werden. Abgezeichnet hat sich das übrigens schon an der Gondel, denn dort unten stehen noch die anderen dreihundert Busladungen Skifahrer, die auch alle noch nach oben drängen.

Stilvoll und herzenssonnig im Winterwonderland

Immer wenn viele Menschen aufeinandertreffen, ist es eine große Herausforderung, ein gutes Miteinander zu gestalten -und ganz besonders dann, wenn die Menschen im Urlaub und darauf eingestellt sind, den maximalen Komfort und Erholungsfaktor für sich selbst herauszuholen.

Vielleicht helfen folgende augenzwinkernde Gedanken und Tipps, das Miteinander rund um die Skipiste in Winterwonderland etwas höflicher, freundlicher und netter für alle zu gestalten:

An der Kasse – noch nichts passiert und schon genervt?

Hm, was werden die Menschen hinter der Glasscheibe wohl wollen? Richtig – Geld für die Skipässe und möglicherweise den Ausweis, falls Senioren oder Kinder mitfahren. Insofern ist es auch immer sehr spannend zu sehen, wie Menschen, die seit 20 Minuten auf diesen Augenblick gewartet haben, völlig überraschend alle, wirklich alle, Taschen durchsuchen, um das Gewünschte zu finden.

Tipp 1 – Bitte richten Sie Ihr Geld und benötigte Dokumente rechtzeitig. Die nach Ihnen Wartenden werden es Ihnen danken.

Professionell Gondeln vs. Stinkstiefel-Drängeln

Alle stehen an. Eine riesige Menschenmenge schiebt. Es geht nur langsam voran, womöglich noch eine Treppe hoch. Und an dieser Stelle ganz klar – nein, es macht keinen Sinn, zu versuchen, sich superschlau rechts oder links vorbei vorne an der Seite hinein zu drängeln. Dieses „Hauptsache ich“ -Gedrängel ist unsportlich und uncool und führt dazu, dass aus einem geordneten Einsteigen ein dicker Knubbel wird, in dem gerade auch die Kinder überhaupt keinen Spaß oder eine Chance haben.

Tipp 2 – Einfach hinten Anstellen – Vorbild-Sein macht in jedem Fall ein gutes Gefühl und gibt Gelegenheit für ein nettes Gespräch mit dem nicht immer holländischen Nachbarn. Wir sind doch im Urlaub, oder?

Mögen Sie Testversuche, die Gondel/ den Sessellift aus der Halterung zu schaukeln?

Manchmal vermitteln Menschen den Eindruck, nicht genügend Thrill in ihrem Leben zu haben und den ultimativen Kick suchen zu wollen, in dem sie von zehn bis fünfzehn Metern Höhe aus dem Lift aussteigen müssen. Ansonsten scheint es keine logische Erklärung dafür zu geben, warum man in der Gondel hüpft oder im Sessellift hoch und runter wippt.

Tipp 3 – Außer, wenn man Pubertier mit sich lösenden Synapsen und einer damit einher gehenden Amnesie ist, sollten Sie die Ruhe und den Ausblick genießen und auf Hüpfen, Springen oder Ähnliches verzichten. Bauen Sie Ihre Energie lieber durch sportliches Fahren oder beim Après-Ski ab.

Ein Genie beherrscht das Chaos. Aber Hunderte? – Die Suche nach den Ski beginnt…

Ja, sagt einmal, was ist denn das für ein Trend? Spielen wir ab sofort Ski-Memory oder warum liegen hunderte von Skiern vor den Hütten parallel im Schnee? Dieses Gebiet, das mit den Skiern gepflastert ist, ist ja meist größer als die Hütte selbst. Ski paarweise aufrecht in die dafür vorgesehenen Ständer zu stellen, ist irgendwie out. Nett sind auch die Skier, die mitten auf der Piste oder vor den Toiletten liegen, weil der Besitzer gerade andere Geschäfte macht.

Tipp 4 – Clevere suchen ihre Bretter nicht. Sie wissen, wo sie sie hingestellt haben. Sollten Sie keine Kleinkinder haben, die dringend Pipi machen müssen oder selbst in zeitlicher Bedrängnis sein, wollen Sie sicher nicht, dass Sie den Eindruck erwecken, ein fauler Strick zu sein, oder?

Im Restaurant – …besser als Kino

Es ist nicht wie im Kinderlied von der Schlange mit den zwei Köpfen. Diese Schlange im Restaurant hat leider einen Anfang und ein Ende. Siehe Tipp 2.

Auch der Koch, die Köchin, der Service, die Kassiererin freuen sich über ein „Guten Tag, Bitte und Danke“ -und ganz besonders der Abräumer, der stetig für Ordnung und Sauberkeit sorgt. Und alle freuen sich ganz sicher auch über ein kleines Trinkgeld. Sie wissen ja, die kleinen Gesten machen den großen Unterschied – und übrigens, wer die Klofrau prellt, hat kein Glück in der Welt.

Schön ist es auch, insbesondere für die Tisch-Nachbarn, wenn die guten Manieren nicht zu Hause vergessen wurden. Es ist spannend zuzuschauen, wie Menschen ihre Nahrung wahr- und zu sich nehmen. Ich bin altmodisch der Meinung, dass jedem Essen Wertschätzung entgegengebracht werden sollte, auch in der Art des Verzehrs und vor allem dann, wenn es schmeckt, was es nach der Bewegung an der frischen Luft sicher tut.

Haben Sie es schon mal probiert/ können sich noch erinnern, wie es ist, wenn man zusammen in der Hütte einkehrt, ohne dass das Smartphone gezückt wird? Stimmt, man muss miteinander sprechen, wenn das Spaß machen soll. Aber mal Hand aufs Herz, es gibt doch nicht Schöneres, als die gemeinsamen Erlebnisse des Tages Revue passieren zu lassen und miteinander zu lachen.

Abfahrt und Alkohol – In oder out?

Zu-tief-ins-Glas-Schauen beim Ski-Fahren ist ebenso altbacken wie der Marlboro-Man und macht das ganze sportliche Image auf einen Streich zu Nichte. Bei der Aprés-Party ist es wie im wahren Leben, man muss einfach wissen, ob man am nächsten Tag Geschichten erzählen kann oder, manchmal auch für den Rest des Lebens, zu hören bekommt.

Skier- der Widerspenstigen Zähmung

Lang, schwer und manchmal unwillig – das Tragen von Ski ist nicht immer so einfach. Je nach Körpergröße, Fitness, Alter und Zustand (ich meine hier nicht den der Skier) darf jeder seine persönliche Tragemethode entwickeln. Wichtig ist nur, dass beim Schultern der Ski die Skispitzen nach vorne zeigen sollen und man sich darüber im Klaren ist, dass sich der eigene Radius vergrößert. Weder Autos noch Menschen vertragen es gut, wenn man ihnen- mir nichts, Dir nichts – eine überzieht. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise des DSV.

Hinterlassen Sie doch einfach einen Kommentar, wenn Ihnen Weiteres dazu einfällt.

Ich wünsche Ihnen jedenfalls wunderbare Tage im Schnee und Hals- und Beinbruch bis zum nächsten Mal,

Ihre

Evelyn Siller

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Sprechen Sie mich gerne an. 


Evelyn Siller

Evelyn Siller ist Stil- und Knigge-Expertin in Stuttgart und Mitglied im Deutschen Knigge-Rat. Sie unterstützt Führungskräfte, Unternehmen und alle, die den Unterschied machen wollen, mit Stil und Strategie beim echten, sympathischen und erfolgreichen Auftritt.

https://evelyn-siller.de/

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