Alle Welt spricht von Authentizität. Authentisch sein ist „IN“. Doch was ist damit eigentlich gemeint? Laut Wikipedia versteht man unter Authentizität „Echtheit“, im Sinne von „als Original befunden“. Viele Menschen setzen „authentisch sein“ gleich mit „Schein gleich Sein“, d.h. wir sind echt, unser Äußeres spiegelt unser Inneres wider und umgekehrt.

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Ist das auch im Berufsleben machbar?

Dazu ein Beispiel aus der Beraterpraxis: Frau T. kommt in die Imageberatung: Kaum zur Tür herein, platzt sie mit ihrem Anliegen heraus. Letzten Monat hat sie eine Unterredung mit ihrer Chefin gehabt. Ihr wurde nahegelegt, dass Sie ihr Outfit verbessern, aufwerten soll. In den Augen der Chefin kleidet sie sich im Job zu burschikos, dem Ambiente nicht angemessen.

Frau T. arbeitet in einer Parfümerie, die hauptsächlich Waren im oberen Preissegment anbietet. Sie ist gelernte Kosmetikerin und die „Haut“ ist ihr Spezialgebiet. Da kennt sie sich aus. Was sie aber auch ist, sie ist Naturliebhaberin. Pferde sind ihr Hobby, sie reitet regelmäßig und teilt ihr Zuhause mit einer Labrador-Hündin. Frau T. ist ratlos. „Wenn ich mich „schick“ anziehe, dann komme ich mir verkleidet vor“, seufzt sie.

So wie Frau T. geht es vielen Berufstätigen. Nicht nur Frauen fühlen sich manchmal im Joboutfit „unwohl“, auch Männer müssen oft den Geschäftsalltag im Anzug verbringen, obwohl sie sich lieber sportlich oder leger kleiden möchten.

Vorschrift von Außen – Arbeitgeber hat das Weisungsrecht

Wie lösen wir dieses Dilemma? Zuerst einmal müssen wir wissen, dass der Arbeitgeber tatsächlich das sogenannte Weisungsrecht hat. Er darf Bekleidungsvorschriften für den Job vorgeben, z.B. das Tragen von Schutzjacken im Rettungsdienst oder das Bedecken von Tattoos und das Nichttragen von Piercings. Eine Erzieherin darf nicht im Minirock und freizügigem Oberteil in der Kindertageseinrichtung erscheinen und wer Nagellack trägt, kann keine hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, wie z.B. mit den Kindern kochen, verrichten.

Dresscode, kein Raum für Individualität?

Die Chefin von Frau T. gibt den Dresscode vor. Sie bestimmt, welche Art von Kleidung ihre Angestellten in der Parfümerie tragen sollen. Was macht nun Frau T.?

In der Imageberatung erarbeiten wir zunächst ihre persönlichen Eigenschaften und bündeln diese dann in die verschiedenen Facetten der Frau und ihre Wirkungen. Anschließend ordnen wir die vielfältigen Anlässe und Lebensbereiche von Frau T. den jeweiligen Facetten zu. Frau T. erkennt, dass sie einen ureigenen Stil hat, sie diesen aber an verschiedene Anlässe anpassen kann. Je nach Anlass werden bestimmte Anteile ihrer Persönlichkeit hervorgehoben und stilvoll betont. Wir erarbeiten das Gesellschaftliche Profil, ebenso wie das Persönliche-, und das Business Profil.

Schnell ist klar, dass es durch den Dresscode in der Parfümerie wenig Spielraum für Individualität gibt. Doch genau da setzen wir an. Unser Ziel ist es, dass der natürliche Stil auch im Berufsoutfit noch ein klein wenig erkennbar ist. So erreichen wir, dass sich Frau T. nicht verkleidet vorkommt. Besonderes Augenmerk legen wir dann auf das Gesellschaftliche- und Persönliche Profil. Hier kommt die Individualität voll zum Tragen. Die Kundin entscheidet, welche Außenwirkung sie aufgrund ihrer Persönlichkeit zeigen will. Durch konkrete Bekleidungsvorschläge wird die Imageberatung abgerundet.

Harmonie zwischen Außen und Innen – Im Einklang mit der Persönlichkeit

In der heutigen Zeit können wir ein Grundprinzip aufstellen: Die Kleidung sollte nicht von der Person ablenken. Im Idealfall betont sie die Persönlichkeit und bringt diese erst richtig zur Geltung. So fühlt sich der Einzelne in seiner Kleidung wohl, was sich spürbar nach außen zeigt.

Wenn auch Sie Fragen zu Ihrem Outfit haben, dann wenden Sie sich doch an eine kompetente Imageberaterin ganz in Ihrer Nähe. Dort bekommen Sie Inspiration und Coaching, eine lohnende Investition für ganzheitliches Wohlbefinden.

Gudrun Scherzinger
Gudrun Scherzinger

Personal Image Coach (IHK)

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