Coffee to go – gute Manieren to go

Coffee to go gibt es offiziell seit 1964. Den Coffee to go aus Pappbechern mit Deckeln gab es erstmals in den 1980er- Jahren. Heute ist er aus unserem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Jeder trinkt ihn, ob im Businessanzug oder im Freizeitlook.

Der Coffee to go ist beliebt und spiegelt ein Lebensgefühl wider.

Doch welches? Ist es ein Gefühl von Freiheit oder von „Keine Zeit“? Gemütlich in einem Straßencafé zu sitzen und in aller Ruhe einen Kaffee zu trinken, das zählt heute bereits wieder zum „Luxus“, soviel Zeit nehmen wir uns selten. Eat drink go! Dieser Aufforderung folgen wir immer öfter.

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Eat drink go! Alles für Deinen mobilen Lifestyle!

So lautet der Slogan eines Unternehmens, dass seine Coffee-to-go Becher in vielen Varianten anbietet. Man kann sie aus Edelstahl, Keramik oder Glas erwerben. Andere Firmen bieten Einwegbecher an, hergestellt aus natürlichen Produkten, zu 100 % biologisch abbaubar.

Coffee to go – eine Herausforderung für die guten Manieren?!

Gute Tischmanieren wollen eingeübt sein. In meiner Tätigkeit als Kniggetrainerin arbeite ich oft in Schulen. Schnell zeigt sich, welche Kinder und Jugendlichen aus Elternhäusern kommen, in denen auf Tischmanieren wertgelegt wird. Bei vielen Schüler/innen herrscht hingegen zuhause eine sehr lockere Esskultur.

Ein Beispiel:

Das Thema der heutigen Schulstunde ist das „Einfache Gedeck“. Die Schüler/innen bekommen die Aufgabe gestellt, mit dem ihnen zur Verfügung gestellten Geschirr und Besteck den Tisch zu decken. Ratlos stehen sie da… Sie diskutieren, ob die Gabel auf die linke oder rechte Seite des Tellers gehört. Die Meinungen gehen auseinander. Auch die Handhabung des Messers ist nicht klar; „Ich brauche kein Messer, ich esse immer ohne“, ruft ein Schüler lauthals in den Klassenraum.

Hier gibt es für mich viel zu tun! Oft sind die einfachsten Regeln der Tischkultur nicht präsent. Auf mein Nachfragen erfahre ich, dass ganz viele Schüler/innen sowieso nicht am Tisch essen, sondern ihr Mittagessen bestehend aus einem Fastfoodgericht und einem Dosengetränk unterwegs einnehmen.

Tischmanieren to go. Die Tischmanieren laufen davon….

Mein Tipp an alle Eltern und Erzieher: Leben Sie Tischkultur!

Das gemeinsame Essen sollte kein Einzelfall sein. Versuchen Sie möglichst oft zusammen mit ihren Kindern, auch mit den größeren, zu essen. Achten Sie darauf, dass der Tisch schön gedeckt wird. Wenn Kinder und Jugendliche immer nur Pfannen und Kochtöpfe auf dem Tisch sehen, wird es für sie schwer, sich stilvoll bei Tisch zu verhalten.

Das gute Geschirr

Wenn es um das gute Geschirr geht, streichen sie Worte wie „Eines Tages“ und „Irgendwann“ aus Ihrem Vokabular.

Dazu eine kleine Geschichte:

Der Vater deckt den Kaffeetisch. Die Tochter und auch die anwesenden Gäste bewundern das auserlesene Geschirr. Wirklich vom Feinsten. Einfach wunderschön! Die Tochter konnte sich nicht daran erinnern, jemals von diesem Geschirr gegessen zu haben. Mutter hatte dieses Geschirr gehütet, wie einen Schatz. Sie wollte es an einem besonderen Tag benutzen, für einen besonderen Anlass, doch offenbar kam dieser Tag nie. Mein Vater wollte nicht länger warten, er fand, dass es endlich an der Zeit war. Es war der Beerdigungstag meiner Mutter.

Machen Sie es anders!

Sie sind es wert, kostbare Dinge zu benutzen! Gönnen Sie sich diese Freiheit!
Jeder Tag ist etwas Besonderes. Jede Minute ist etwas Besonderes. Jede Sekunde ist etwas Besonderes. Sie sind etwas Besonderes!

Leben Sie im Heute!


Autorin: Gudrun Scherzinger

Gudrun Scherzinger ist Personal Image Coach und seit 2015 systemischer Coach und Berater. Sie hat das Projekt Barrierefrei Schönsein ins Leben gerufen.
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