Wohnberatung: Wie Sie die passenden Farben finden

Ihre Räume können Sie ganz leicht zu Herzensräumen machen – indem Sie mit Farben ganz gezielt Atmosphäre schaffen. Nehmen wir als Beispiel einmal das Wohnzimmer: Was tun Sie dort am ehesten? Ziehen Sie sich dorthin zurück, um in Ruhe ein Buch zu lesen oder Musik zu hören? Gibt der Fernseher den Ton an? Oder treffen Sie sich dort mit Familie und Freunden, um in lustiger, geselliger Runde zu reden oder zu spielen?

So gestalten Sie Herzensräume

Mit einem Farbakkord können Sie diese Tätigkeiten unterstreichen, indem Sie innerhalb der Farbharmonie, die Sie für sich festgelegt haben, andere Töne dazu kombinieren. Wenn Sie starke Gegensätze wählen (also hell-dunkel oder die jeweilige Kontrastfarbe), dann schafft das eine Stimmung, die anregend wirkt – für ein Wohnzimmer, in dem Sie sich gerne in großer Runde einfinden, eine schöne Idee.

Feuer und Energie fürs Schlafzimmer

In einem Arbeitszimmer dagegen will man sich konzentrieren, deshalb wählt man dafür eher die Farben aus der gewählten Farbharmonie, die sehr nah beieinander liegen, und auch nicht so viele verschiedene Töne. Für das Schlafzimmer – in dem man eher zur Ruhe kommen will – bieten sich neutrale Farben an, sprich die Farben aus der Farbharmonie, die am wenigsten Farbaussage haben. Oder im Gegenteil: Wer in seinem Schlafzimmer Feuer und Energie haben möchte, wählt eben die dazu passenden Farben, die stark und kräftig sind.

Nutzen Sie die Farbharmonien

Sie können aber auch ganz anders herangehen und pro Raum ein Farbthema festlegen – das heißt, Sie wählen einen Basiston aus Ihrer Farbharmonie und ergänzen ihn entsprechend. Der Farbexperte Prof. Bream spricht im Wohnseminar von Urbildern, die Farben weltweit auslösen. Rot beispielsweise wird mit Wärme, Kraft, Energie, Lebendigkeit, Anregung verbunden und Gelb mit den Farben der Sonne; diese Farben bringen eine kommunikative Stimmung in Wohn- oder Essräume.

Sie können den Rotton natürlich noch variieren: je pastelliger er ist, desto romantischer und sinnlicher, weicher und femininer wirkt er, je düsterer er ist (mit Grau oder Schwarz abgetönt), desto morbider wirkt er. Grüntöne sind für ein Arbeitszimmer gut geeignet, weil sie uns helfen, uns besser zu konzentrieren. Blautöne passen mit ihrer kühlen und beruhigenden Ausstrahlung dagegen wunderbar in ein Schlafzimmer.

Suchen Sie Anregung oder Ruhe?

Dieses universale Konzept der Farbwirkungen ist eine gute Möglichkeit, sich an das Thema Wohnberatung anzunähern – aber dennoch sollten individuelle Gegebenheiten nicht außer Acht gelassen werden. Wer in seinem Arbeitszimmer Dinge tut oder tun muss, die er oder sie vielleicht als langweilig empfindet, dann sind anregende Farben doch besser geeignet.

Ihre Persönlichkeit braucht Farbe

Ich persönlich gebe nie pauschale Empfehlungen, was die Wahl der Farben angeht – schließlich ist jeder Mensch eine ganz eigene Persönlichkeit und hat individuelle Bedürfnisse und Wahrnehmungen. Für mich zum Beispiel wäre Grün niemals eine Farbe, in der ich die Wände meines Büros streichen würde, auch wenn das universale Farbkonzept das noch so oft postuliert. Weiß oder ein kühles Grün-Blau ist für mich definitiv passender. Es drückt für mich Freiheit, Weite und Grenzenlosigkeit aus und beflügelt deshalb meine Kreativität.

Weiß allein ist auch nicht die Lösung

Aber: Wenn ich nur Weiß um mich herum habe, fehlt mir ein Konzentrationspunkt, etwas, das mich von meinen Höhenflügen wieder auf den Boden holt. Holz beispielsweise. Deshalb sähe mein ideales Büro so aus: weiße Wände, Fußböden und Möbel aus Holz, Accessoires in frischem Grün oder Blau und eine Grünpflanze.




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