Was tun, wenn mir jemand zu dicht „auf die Pelle rückt“?

Kennen Sie das Gefühl, wenn Ihnen eine fremde oder nur entfernt bekannte Person einfach zu nahe kommt? Zum Beispiel beim Warten an der Supermarktkasse, beim Small-Talk im Beruf, bei Erzählungen über Erlebtes und so weiter. Für viele kommt in solchen Situationen ein Unwohlsein auf – und das ist keineswegs abnormal! In meinem Beitrag zeige ich Ihnen, wie Sie Ihr Wohlgefühl stilvoll und souverän schnell wieder zurückerlangen. Nehmen wir zum Beispiel folgende alltägliche Situation …

Der Kunde in der Schlange im Supermarkt kommt mir zu nahe

Geduldig stehe ich bei meinem wöchentlichen Einkauf an der Kasse und warte,  dass ich endlich meine Waren auf das Band räumen darf. Da spüre ich es. Ein leichter Druck, um nicht zu sagen Schmerz in meinen Kniekehlen.  Ich drehe mich um und die Person hinter mir würdigt mich keines Blickes… Sicherlich haben Sie das auch alle schon einmal erlebt und je nach Stimmungslage unterschiedlich darauf reagiert. Vielleicht mit einem bösen Blick, mit einem „dummen Spruch“ oder sogar mit einer verbalen Attacke.

Zu nah auf die Pelle rücken

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Die „intime Distanzzone“

Jeder Mensch hat ein natürliches Distanzbedürfnis, das andere respektieren sollten. Unsere sogenannte intime Distanzzone können Sie sich wie eine Seifenblase (mit einem Durchmesser von ca. 50 cm) um unseren Körper herum vorstellen. Hier lassen wir gerne unsere Partner, die Kinder und in Ausübung des Berufes den Arzt oder den Friseur hinein. Auch beim Paar-Tanzen gebe ich die Erlaubnis zur Berührung. Aber ansonsten wünschen sich die meisten Menschen in unserem kulturellen Umfeld  eher einen entsprechenden Abstand.

Ich möchte Sie ermutigen, beim Verletzen Ihrer Distanzzone“  Ihren Unmut nicht zu schlucken, sondern freundlich und höflich ihr Anliegen zu thematisieren. In der geschilderten Situation an der Kasse im Supermarkt könnten Sie z.B. sagen:
„Entschuldigen Sie bitte, ich kann verstehen, dass Sie schnell nach Hause möchten und es eilig haben. Sicherlich haben Sie dabei nicht gemerkt, dass Sie mir ständig Ihren Einkaufswagen in die Kniekehlen schieben. Bitte gehen Sie doch einen halben Meter zurück“. Und in den meisten Fällen wird ihr Nachfolger an der Kasse dann doch etwas mehr Abstand halten…

Aber auch in klassischen Smalltalk-Situationen gibt es immer wieder Zeitgenossen, die ihren Gesprächspartner über kurz oder lang an die Wand reden bzw. drängen. Mit jedem gesagten Satz kommen sie immer näher, so dass man schon den Atem spüren kann  und das Unwohlsein wächst. Auch hier ist unter Umständen etwas Mut gefragt, um sich aus einer solchen Situation zu befreien: „Ihre Ausführungen sind sehr interessant. Trotzdem möchte ich Sie bitten, wieder etwas zurück zu gehen. Mir fällt es ansonsten schwer, ihren Ideen zu folgen“.

Ziehen Sie die Notbremse und zeigen Sie die „kalte Schulter“

Eine andere Variante wäre, Ihrem Gegenüber buchstäblich die „kalte Schulter“ zeigen. Drehen Sie im Gespräch Ihren Oberkörper um mindestens 90 Grad nach links oder rechts drehen,  so dass Sie nicht mehr frontal stehen. Oft verwirrt diese Vorgehensweise ihren Gesprächspartner und er nimmt einen neuen und hoffentlich distanzierteren Platz ein.

Sie sehen, es gibt stilvolle und souveräne Wege, sein persönliches Wohlgefühl zu erhalten oder zu erlangen. Nutzen Sie Ihre Möglichkeiten!


Heike Keiner

hat ihre Ausbildung zum Image Consultant und Knigge-Trainerin bei der TYP Akademie absolviert.



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