Teresa von Avila: Erinnerung an eine mutige Frau

Ilona und Rainer Wälde in Avila

Ilona und Rainer Wälde in Avila

Die TYP Akademie unterstützt seit 20 Jahren Frauen bei ihrem Start in die Selbständigkeit. Heute erinnern wir an eine mutige Frau, die vor 500 Jahren geboren wurde: Teresa von Avila. Mit ihrem Leben hat sie europäische Geschichte geschrieben.

Eine Stadtmauer mit 88 Türmen

Vor drei Jahren sind wir nach Avila im Herzen von Spanien gereist, um uns mit ihrem Leben zu beschäftigen. Staunend stehen wir beide vor der Stadtmauer, die 88 Türme und neun Stadttore umfasst. Sie ist ein starkes Symbol und sicher auch ein Bild für Teresa, die unsere menschliche Seele als eine Burg mit vielen Wohnungen beschreibt, in der innersten Kammer wohnt Gott.

Teresa von Avila 31535 tritt die 20jährige Teresa in das Kloster von Avila ein und notiert: „Sofort spürte ich ein großes inneres Glück in jener Lebensform zu stehen, das mich bis heute nie mehr verlassen hat, und Gott verwandelte die Trockenheit meiner Seele in tiefste Beseligung.“

Doch kurz nach ihrer Profess, dem lebenslänglichen Gelübde als Nonne zu leben, wird Teresa schwer krank, bekommt starke Herzbeschwerden und wird immer wieder bewußtlos. In dieser Zeit lernt sie eine neue Form des Betens, wie uns der Prior des Teresa Klosters, Pater Francisco erklärt: „Teresa hat das Meditieren gelernt indem sie der Tradition der Kirche gefolgt ist. Aber mit der Zeit hat sie in und neben der Meditation eine neuen Ebene entdeckt und persönliche Erfahrungen gemacht, nämlich eine innere und persönliche Gottesbeziehung.“

Die Sehnsucht nach innerer Ruhe

Die innere Seelenruhe braucht Teresa nötiger denn je. Ihre Berufung ist es, den Klöster einen neuen Geist einzuhauchen: Wie im realen Leben gibt es auch dort Standesunterschiede: Adelige Doñas leben in Apartments, einfache Señoras im großen Schlafsaal. Ämter für die Gemeinschaft werden bezahlt, Privateigentum ist normal. Wer Kontakt zu Sponsoren hat, lebt besser als die Mitschwestern.

Teresa von Avila 2Teresa entscheidet sich für ein Leben in Armut und gründet ein einfaches,
kleines Kloster. Das ist nicht nur innovativ, sondern für viele revolutionär. Sofort hat sie massiven Ärger mit der Stadtverwaltung, den Oberen ihres Ordens und auch den Schwestern. Teresa schreibt ihre eigene Klosterregel, in der es „um gegenseitige Liebe, Demut und Freiheit von falschen Bindungen geht.“ Gütergemeinschaft gilt bei ihr als Grundprinzip.

Ihre Bücher werden verboten

Teresa gründet ein Kloster nach dem anderen – insgesamt 17 innerhalb von 15 Jahren – und beweist damit Management-Qualitäten. Gleichzeitig sorgt die Inquisition für Angst und Schrecken. Geistliche Bücher in der spanischen Muttersprache werden verboten, aus Angst vor Humanismus und Reformation. Auch Teresas Vida landet bei der Inquisition, die es jedoch einem gelehrten Theologen übergibt, der es für gut hält; allerdings darf es erst nach ihrem Tod 1582 gedruckt werden.

Kurz vor Ostern hat die Deutsche Welle eine Würdigung zum 500. Geburtstag veröffentlicht.

„Gott, Du bist mein Haus und meine Bleibe,
bist meine Heimat für und für:
Ich klopfe stets an deine Tür,
daß dich kein Trachten von mir treibe.
Und meinst du, ich sei fern von hier,
dann rufe mich und du wirst erfassen,
das ich dich keinen Schritt verlassen:
und meine Seele such mich in dir.“

(Teresa von Avila)

In unserem Dokumentarfilm „Europas Leuchtfeuer“ stellen wir Teresa ausführlich vor.




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