Knigge Weihnachtspost: So agieren Sie souverän

Noch drei Wochen bis Heilig Abend: Der Countdown für die jährlichen Weihnachtsgrüße beginnt. In diesem Knigge Beitrag gebe ich Ihnen praktische Tipps, wie Sie entspannt Ihre Weihnachtspost schreiben und als Empfänger stilvoll reagieren.

Foto: shutterstock

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Der Klassiker kommt immer noch am Besten an

Häufig fehlt die Zeit um in aller Ruhe an Kunden und Freunde zu schreiben. Manche schieben das Thema deshalb bis zum Schluss auf und versenden am Morgen des Heiligen Abend schnell noch eine Rundmail. Mein Tipp: Entschleunigen Sie in der Adventszeit ganz bewußt und machen Sie sich einen oder mehrere Kurztermine in Ihrem Kalender, um die Weihnachtspost als „Genußtermin“ zu feiern.

Im Zeitalter der digitalen Netzwerke kommt die klassische Weihnachtskarte – stilvoll per Post versandt immer noch am Besten an. Wählen Sie für Ihre Freunde passende Karten aus und nehmen Sie sich die Zeit für einige Zeilen der Wertschätzung. Drücken Sie persönlich aus, welchen Wert diese Beziehung für Sie hat und formulieren Sie auch Ihren Dank für die gelebte Nähe.

Verzichten Sie auf Computerausdrucke und schreiben Sie bewußt mit der Hand. Ich bin mir sicher, dass der Empfänger auch diese Form als Wertschätzung empfindet, selbst wenn Sie vielleicht denken, Ihre Handschrift sei nicht leserlich genug. Das Tüpfelchen auf dem „i“ ist die passende Briefmarke, die Sie in großer Auswahl auch online bestellen können.

Wie bedanke ich mich bei meinen Kunden?

In vielen Firmen herrscht bereits im November großes Stirnrunzeln: Eiskratzer hatten wir letztes Jahr, was sollen wir bloss dieses Mal verschenken? Mein Tipp: Denken Sie sich aktiv in Ihre Kunden hinein. Was schätzen die Kunden an Ihrem Unternehmen? Welches Präsent bietet einen nachhaltigen Nutzen? Manchmal ist auch ein Gaumengenuß, der bei den Kunden gut ankommt. Eine Bekannte schickt ihren Kunden frische Pralinen, ein anderer Pasta aus Italien.

Allerdings sollten Sie bei Lebensmitteln wirklich auf die Frische achten: Ich erinnere mich an eine Packung mit Süßigkeit die mir ein Geschäftspartner zu Weihnachten geschenkt hat. Als ich das edle Papier öffnete, sah ich eine ganze Reihe von Maden, offensichtlich war die Packung längst über dem Verfallsdatum.

Meine Frau und ich haben uns vor einigen Jahren entschieden, rund um unsere Herzensthemen eine kleine Edition mit Büchern und Filmen zu publizieren. Diese Form von Geschenken braucht einen langen Vorlauf. In der Regel überlegen wir bereits im Januar, was wir zum Ende des Jahres verschenken. Doch das Echo auf die persönlichen Medien-Präsente ist überraschend gut.

Eine Video-Weihnachtskarte per E-Mail

Obwohl ich mich leicht für moderne Medien begeistern kann, gebe ich zu: Weihnachtsgrüße per Mail finde ich nach wie vor nicht stilvoll. Sicher geht es schnell und lässt sich einfach rationalisieren. Doch echte Wertschätzung kann ich mit der elektronischen Post nicht wirklich ausdrücken.

Natürlich ist es im privaten und beruflichen Bereich einfach mit „drag and drop“ den ganzen Verteiler zu beglücken. Doch Hand aufs Herz: Was empfinden Sie selbst, wenn Sie eine derartige Rundmail erhalten? Persönliche Empathie wohl kaum.

Mein Tipp: Wenn schon elektronisch, dann wirklich mit Stil: Nehmen Sie eine persönliche Videobotschaft auf. Für gute Freunde eine schöne Variante, die sich mit einem Smartphone oder eine Tablett-Computer leicht speichern und verschicken lässt. Ein persönlicher Gruß in die Kamera – zuhause im Wohnzimmer oder draußen auf dem Weihnachtsmarkt.

Knigge Weihnachtspost: Wertschätzung auch für den Absender

Sie bekommen zum Jahresende von Freunden einen liebevoll geschrieben Brief? Nutzen Sie die Gelegenheit und bedanken Sie sich in der gleichen Form für Ihre gemeinsame Beziehung. Auch bei Präsenten sollte es selbstverständlich sein, sich persönlich dafür zu bedanken. Ich finde dies auch bei Firmengeschenken die richtige Form. Auf der einen Seite bedankt sich das Unternehmen beim Kunden, auf der anderen Seite drückt es auch Wertschätzung aus, wenn sich ein Kunde beim Dienstleister oder Lieferanten für das Geschenk bedankt.

Für meine Frau und mich ist es eine schöne Tradition unter dem Weihnachtsbaum nicht nur die familiären Geschenke auszupacken, sondern auch die Grüße von Kunden und Geschäftspartnern zu lesen, mit denen wir zusammenarbeiten. Dabei erinnern wir uns an gemeinsame Projekte, die in diesem Jahr entstanden sind, an die persönlichen Begegnungen. Das sind die kleinen und großen Glücksmomente, auf die wir gerne zwischen den Jahren mit einigen Zeilen des Danks antworten.

PS: Auch der Postbote freut sich zum Jahresende über ein Zeichen der Wertschätzung. Mein Tipp: Bedanken Sie sich mit wenigen Zeilen für den zuverlässigen Service an 300 Tagen durch Sonne, Schnee und Regen.

Nun bin ich gespannt auf Ihre Erfahrungen rund um den Knigge zur Weihnachtspost. Schreiben Sie mir einen kurzen Kommentar…

 

 




Kommentare

Claudia Steiger says

Hallo Herr Wälde, Ihren Gedanken zur Weihnachtspost folge ich uneingeschränkt. Auch meine Erfahrung hat gezeigt, dass ein Weihnachtsgruß per Post mit persönlichen Worten die Kunden und Freund mehr erreicht als nur eine Email. Seit 21 Jahren bin ich freiberuflich tätig und versende seit 20 Jahren jedes Jahr ein individuell gestaltetes Lesezeichen; mit mal nachdenklichem und mal humorvollen Gedanken. Viele meiner Kunden sammeln sie sogar und freuen sich bereits auf das nächste. Kunden, mit denen ich im laufenden Jahr gearbeitet haben erhalten Geschenke; u.a. selbstgebackene Cantuccini, die haltbar sind, mit einer passenden Flasche Wein.
Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich eine schöne Weihnachtszeit und weiterhin viel Erfolg.
Herzliche Grüße aus Frankfurt
Claudia Steiger

Lee says

Sehr geehrter Herr Wälde,
ich bin mir nie sicher welche Beträge für den Postboten etc. passend wären - gibt es da eine Richtlinie?

Vielen Dank.

Lee