Der Hut – verstaubt oder stilvoll?

Der Herbst ist da. Winde stürmen die bunten Blätter von den Bäumen. Die Ernte von der schweren Arbeit des Jahres wird eingefahren. Jetzt ist es wieder Zeit, einen Hut oder eine andere Kopfbedeckung nicht nur gegen die Strahlen der sommerlichen Sonne zu tragen, sondern auch, um sich vor dem kühleren Wetter warm zu halten und zu schützen.

Ich selber liebe Hüte und besitze auch eine ganze Reihe davon: Sommerhüte aus Stroh oder Papier in verschiedenen Farben und Größen, festliche Exemplare für besondere Anlässe, Filzhüte in gedeckteren Tönen für die kältere Jahreszeit. Einen Hut zu tragen erfordert natürlich Mut. Mützen, Kappen, Stirnbänder, Kapuzen, Kopftücher – diese offenbar moderneren Verwandten des Hutes tragen viele. Doch, warum sehen wir verhältnismäßig wenige Menschen, die heute noch einen echten Hut tragen? Empfinden wir sie als verstaubt? Haben klassische Hüte ausgedient? Oder sind sie immer noch tragbar und stilvoll?

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Ein Hut passt immer!

„Hüte passen einfach nicht zum heute sehr modernen und lässigen Bekleidungsstil.“ Mit dieser Aussage stimme ich nicht überein. Ein Hut passt immer! Es kommt nur darauf an, welcher Hut es ist, mit welchem Outfit er kombiniert wird, was der Träger damit kommunizieren will und zu welchem Anlass er getragen wird. Ein schwarzer Zylinder passt natürlich nicht zu Jeans und Pulli, sondern gehört stilmäßig entweder zum förmlichen Cutaway oder Frack. Wählt jemand dennoch diese Zusammenstellung, darf sie oder er damit rechnen, aufzufallen und sicher auch belächelt zu werden. Zu einer sehr legeren Kleidung empfehle ich daher besser einen Trilby. Dieser hat oben auf der Kopfform einen Längseinschlag, zwei Vertiefungen auf der Vorderseite sowie eine schmale Krempe, die hinten steil nach oben geht. Diese Hutform ist lässig und lässt optisch schmaler wirken. Allerdings sollten Menschen mit einer runden Gesichtsform aufpassen: Der Trilby könnte nämlich zu klein für den Kopf wirken.

Ein paar gesellschaftliche Regeln zum Hut:

  • Damen dürfen einen Hut immer aufbehalten, auch in geschlossenen Räumen. Der Hut gilt als Bestandteil der Kleidung und sollte als solches auch farblich zum Rest der Garderobe passen. Möchte eine kleine Person größer wirken, wählt sie eine hellere Hutfarbe und ein kleineres Modell.
  • Herren tragen Hüte ausschließlich unter freiem Himmel und nehmen ihn innerhalb geschlossener Räume ab. Draußen lüften oder heben sie den Hut zum Gruß und bringen mit dieser Geste Respekt vor dem anderen zum Ausdruck.
  • Keinen Hut trägt die Gastgeberin auf dem eigenen Fest.

Nur Mut zum Hut!

Ein guter und zu Ihrer Persönlichkeit passender Hut veredelt Ihr Outfit und wertet es auf. Sie setzen einen modischen Akzent und zeigen eine individuelle Note. Also: Nur Mut zum Hut!


Autorin: Glaudia Chestnut

ist zertifizierter Image-Consultant und leitet das "Hotel Inspiration" im bayrischen Tittmoning.

www.glaudiachestnut.com



Kommentare

Reinhard Hager says

Guten Tag Frau Chestnut,

als Mann trage ich - auf Empfehlung meiner Mutter - seit vielen Jahren einen Hut; Stetson, Lodenhut mit großer Freude. Ich werde noch weitere Hüte vermutlich zulegen. Da ich seit dem 23. Lebensjahr Glatze habe, benötige ich auf jeden Fall eine Kopfbedeckung. Übrigens: Ein Hut wirkt authentisch und kommt recht gut an, sowohl Frauen und Männer.

Beste Grüße
Reinhard Hager

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