Berufung – Lebensträume – Visionen

Als Kind und Jugendliche war ich oft in Alten- und Pflegeheimen unterwegs, um den dort wohnenden Menschen durch Musik und Gedichte Abwechslung in ihren Alltag zu bringen. So war ich auch als 16 jährige in der Adventszeit mit meiner Freundin gemeinsam unterwegs. Mit unseren Gitarren musizierten wir. Uns selbst machte es viel Freude besonders, als wir in die frohen Gesichter der alten Menschen schauten.

Auf dem Heimweg sprachen wir über unsere Eindrücke. Ich erzählte meiner Freundin von dem Wunschgedanken, welcher in mir wuchs: Ich möchte einmal ein solches Haus leiten. Gerade die Krankenschwesternausbildung begonnen, könnte dies eine gute Grundlage sein.

Foto: Shutterstock

Lebenstraum erfüllt

Die Zeit verging und viele Etappen in meinem Leben brachten weitere Berufsabschlüsse und vielfältige Kenntnisse hinzu. Als nach der „Wende“ auch ein beruflicher Neustart bevor stand, fiel mein Augenmerk auf ein Zeitungsinserat. – Heimleiterin gesucht – ! Obwohl ich schon viele Jahre nicht mehr im Gesundheitswesen tätig war, wagte ich den Schritt und bewarb mich. Überwältigt war ich, als ich von über 30 Bewerbern die Stelle bekam. Auch als nach 3 Jahren das Haus wegen Rückübertragungsansprüchen geschlossen und verlegt wurde, ging es für mich als -Heimleiterin- weiter am Bodensee. Inzwischen hatte ich meinen Abschluss als Heimleiterin und manche praktische Erfahrung hinzu gewonnen.

Mir war klar, mein Lebenstraum hatte sich erfüllt. Mein Chef erkannte mein Potential und gab mir in den folgenden Jahren freie Hand. So entstanden unter meiner Leitung eine integrative Betreuungsform, eine Tagespflege für demenzkranke Menschen und letztendlich ein ganz neues Heim für Menschen mit Demenz. Meine Vision – jedem Menschen mit Wertschätzung zu begegnen – sollte in allen meinen Einrichtungen gelebt werden.

Auf der Landkreisebene war ich als Referentin gefragt – denn wir waren die Vorzeigeeinrichtung. Alle neuen Erfahrungen wurden hier umgesetzt. Ich fühlte und wußte – ich lebe in meiner Berufung. Trotzdem machte ich mir Gedanken, ob ich wohl bis ins Rentenalter dem Stress standhalten kann. So entschied ich mich die Ausbildung zur Image Consultant an der TYP Akademie zu machen. Diese Tätigkeit war in den Folgejahren mein kreativer Ausgleich.

Was ist mit meiner Berufung?

Einen tiefen Einschnitt brachte der Wechsel auf der Chefetage. Ich mußte zuschauen, wie alles Aufgebaute zu Nichte gemacht wurde. Es war nicht mehr – meins -. Oft bewegte mich der Gedanke: was ist mit meiner Berufung? War es nur Illusion? So kurz vor der Rente – Trübe Gedanken, Existenzangst versuchten mich zu beherrschen. Ich war wie gelähmt. Auch die vielen Bewerbungen brachten keinen Erfolg. Es wurden mir einige Menschen in den Weg gestellt, die mir durch ihre Kompetenz und Fachwissen aus dieser Krise heraus halfen. Dankbar war ich über vermehrte Aufträge bei mir bekannten Fotografen für Fotoshootings. Hier erlebte ich selbst Wertschätzung und durch die Anerkennung meiner Arbeit wuchs auch wieder mein Selbstwertgefühl.

Immer wieder tauchte der Wunsch in mir auf, mich auf dem Gebiet der Kosmetik weiter zu bilden. Doch Jeder, mit dem ich darüber sprach, werte ab und meinte, was ich noch alles lernen will. Ich sei jetzt an der Stelle, wo ich mein Wissen weitergeben müsste. In der Zwischenzeit waren 3 Jahre vergangen und ich erhielt den Rat in Rente zu gehen. Das kann nicht alles sein, dachte ich. Schließlich fühlte ich mich noch stark genug etwas zu tun. Im Gespräch mit meinem Mann kamen wir auf den gemeinsamen Gedanken, mein Angebot der Imageberatung, Visagismus und Vorträgen zu komplettieren durch eine Kosmetikausbildung. Schnell erhielt ich einem Ausbildungsplatz an meiner Wunsch-Akademie. Schon während der Ausbildung merkte ich, das ist es! Jetzt wird mein Angebot „rund“. Ich kann dem Menschen umfassend begegnen und ihm helfen.

Alles hat seine Zeit

Inzwischen durfte ich meine Ausbildung als Fach-Kosmetikerin erfolgreich abschließen. Ich habe meinen Platz gefunden als Beauty-Beraterin, Visagistin, Referentin,  Imageberaterin und Kosmetikerin. Mein USP hat sich durch meine Marktanalyse heraus kristallisiert. Diese Tätigkeiten machen mir Spaß. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht begegne ich meinen Kunden und „hole sie innerlich ab“. Ich darf in mir ruhen, ohne Stress arbeiten – mit Leichtigkeit.

Die Frage bezüglich meiner Berufung ist für mich beantwortet.

Alles hat SEINE Zeit!

Jetzt ist es dran in meiner neuen Berufung zu leben und Menschen zu dienen – sie glücklich zu machen.

Wie steht es mit Ihnen? Sind Sie „angekommen“?

Ich möchte Ihnen Mut machen sich auf den Weg zu begeben. Es lohnt sich!

Holen Sie sich Unterstützung durch professionelle Weggefährten. Auf Sie wartet ein neues, befreites Lebensgefühl.


Autorin: Eva Kraft

ist Absolventin der TYP Akademie und heute als Image Consultant und Expertin für Stilberatung und Visagismus tätig.



Kommentare